Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Während Erasmus noch über dieſen Plan nach⸗ ſann, ſprang die Thür auf, und die ſiebzehnjährige

Seraphine flog, eine Göttin der Anmuth, herein und

dem Papa an den Hals.

Väterchen, beſtes Väterchen, das war wieder ein himmliſcher Ball; Du glaubſt nicht, wie viel ich ge⸗ tanzt habe, und ſchon bin ich wieber ſo munter wie ein Fiſch im Waſſer.

Mein Kind, ſprach der Vater,es iſt aber ein⸗ mal an der Zeit, Deinen übergroßen Flatterſinn ab⸗ zulegen und etwas geſetzter zu werden.

Das wird ſchwer halten, liebes Väterchen.

Man muß ſich bezwingen; Du biſt in den Jah⸗ ren, wo man über ſein künftiges Wohl nachdenken ſoll.

Ich denke nicht gern.

Darum hab' ich's zeither für Dich gethan. Ich komme, fuhr er fort,auf mein altes Capitel; meh⸗ rere untadelhafte Männer haben um Deine Hand ge⸗ worben.

Ich mag nicht heirathen.

Albernheit. Es iſt die Beſtimmung Deines Ge⸗ ſchlechts. Unter den Vielen wird Dir Einer gefal⸗ len. Ich laſſe Dir freie Wahl und ſtelle nur Eine Bedingung.

Was denn für eine Bedingung?

Es muß ein religiöſer Mann ſein.

Religiös? Ganz recht; aber nur nicht gar zu fromm, Väterchen, nicht allzufromm, ich kann die from⸗ men Männer nicht leiden.

Er muß an eine Unſterblichkeit glauben, fuhr der Vater fort;davon überzeugt ſein, fügte er mit Bedeutung hinzu.

Wirklich?! rief Seraphine und ſchlug die Händ⸗