Teil eines Werkes 
4. Band, Napoleon in Aegypten : 3. Theil (1853)
Entstehung
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ſprach der Geiſtliche weiter,ſendet Euch Nurmahal den Ring zurück, den Ihr ihm in der Wüſte gabt, als er Euch mit ſeinem Blute tränkte.

Nachdem Benedictus den Ring übergeben, verließ er aus zarter Schonung das Zimmer; Camille aber begann mit bebender Seele in den verhängnißvollen Blättern des Tagebuchs zu leſen.

Nur zum allernöthigſten Verſtändniß mögen fol⸗ gende Stellen deſſelben hier einen Platz finden.

Den 8. Floréal.

Ja, es gibt Engel hienieden. So hat mich die⸗ ſer Glaube nicht betrogen. Als ich mit der Mutter von einem kleinen Spaziergange heimkehrte, hatte ſie auf dem ſchlüpfrigen Pflaſter, denn es hatte kurz zu⸗ vor geregnet, das Unglück, auszugleiten und zu fallen. Als ich noch bemüht bin, ſie wieder aufzurichten, biegt ein wüthendes Zweigeſpann um die Straßenecke und gerade auf uns zu. Auf allen Seiten ertönt Hülfe⸗ ruf; aber Niemand ſpringt der alten ſchwachen Frau bei, die ich allein nicht ſchnell genug in Sicherheit zu bringen vermag. Nur noch wenige Schritte ſind die wüthenden Thiere von uns entfernt, da fällt, auf die Gefahr hin, überfahren und geſchleift zu werden, ein junger Mann dem Geſpanne in die Zügel und bringt es zum Stehen. Wir waren gerettet; aber nichts⸗ deſtoweniger mehr todt als lebendig. Zum Glück wurde unſer edelherziger Retter nicht beſchädigt. Ihn mochte unſer Zuſtand jammern; die Mutter konnte vor über⸗ ſtandener Angſt ſich kaum auf den Füßen erhalten. Er winkte einem vorüberfahrenden Lohnkutſcher. All unſers Sträubens ungeachtet, mußten wir einſteigen. Bei unſerer Wohnung angelangt, half er uns aus⸗ ſteigen und verabſchiedete ſich, ohne unſern heißen Dan⸗ kesworten die geringſte Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Ja, es gibt noch Engel!