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Der fromme Diener des Herrn kam dem eintre⸗ tenden Camille entgegen und reichte ihm voll Wohl⸗ wollen die Hand.
„Wie freu' ich mich,“ ſprach er,„Euch wieder ge⸗ ſund und rüſtig vor mir zu ſehen. Danket dem Herrn, denn er hat Großes an Euch gethan.“
Nachdem Renouard den Dank ſeines Herzens ſei⸗ nem Lebensretter ausgeſprochen hatte, kam er ſogleich auf Nurmahal und bat, daß der ehrwürdige Herr ihm über die letzten Stunden ſeines Freundes ſo ausführ⸗ lich wie immer möglich berichten möchte.
Benedictus erwiederte kein Wort. Er führte Camille nach einem Sopha im Hintergrunde des Zim⸗ mers, hieß ihm Platz nehmen und ſetzte ſich neben ihn. Dann erfaßte er nach einiger Zeit die beiden Hände des jungen Mannes und ſchaute ihm lange mit Blicken voller Liebe und Bewunderung in die Augen.
„Ihr müßt,“ brach er endlich das lange Schwei⸗ gen,„zu den ſehr guten Menſchen hienieden gehören, denn ein Engel iſt für Euch geſtorben.“
„Ja, das war er,“ verſetzte Camille und die Thrä⸗ nen brachen ihm von Neuem hervor.
„O ſprecht, ehrwürdiger Herr,“ fuhr er nach einer Pauſe fort,„wie waren ſeine letzten Augenblicke? Hat ſich Nurmahal meiner erinnert?“
„Der Name Camille,“ erwiederte der Pfarrer, „war ſein letztes Wort. Nachdem der Sterbende ver⸗ nommen, daß Ihr noch am Leben und gerettet wäret, verklärte ſich ſein Antlitz und die engelvolle Seele kehrte nach dem Lande zurück, aus welchem ſie gekommen.“
Camille vermochte vor Schmerz nicht zu ſprechen.
Noch immer hielt der Diener des Herrn des Jüng⸗ lings Rechte umfaßt und blickte voll frommer Bewun⸗ derung zu ihm auf.


