Teil eines Werkes 
4. Band, Napoleon in Aegypten : 3. Theil (1853)
Entstehung
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Kaum hatte Clemence dieſe Worte geſprochen, als bei Camille die hellen Thränen hervorbrachen. Er rang die Hände und Nichts vermochte ſeinen unend⸗ lichen Schmerz zu ſtillen. Vergebens waren alle ſanften Troſtworte von Seiten der Geliebten. Sie gingen ungehört an Camille's Ohr vorüber.

So wie der erſte Schmerz ſich etwas ausgetobt hatte, ließ er trotz der rauhen Witterung und trotz der flehendlichen Bitten von Clemence ſein Pferd ſat⸗ teln; und keine Macht der Erde vermochte ihn abzu⸗ halten, nach Melani zu reiten, wo ſein treueſter Freund auf Erden ruhte.

So hat Dich Deine Ahnung, Du Eodelſter, ſprach er für ſich, indem er durch die ſchweigende Ge⸗ gend ritt,nicht betrogen. Wir ſollten nur zu bald getrennt werden. Mein guter Nurmahal, noch ver⸗ mag ich's nicht zu faſſen, Dich verloren zu haben. Wie öde iſt mir die Welt geworden! So mußte Dir die heimathliche Erde zum Grabe werden, nachdem Du Dein Leben unter fremdem Himmel ſo oft für mich gewagt hatteſt.

Melancholiſch flüſterte der Abendwind in den faſt blätterloſen Zweigen der alten Ulmen, welche die ein⸗ ſamgelegene Pfarrwohnung des Pater Benedictus um⸗ ſchattete, als Renouard am Ziel ſeiner Reiſe anlangte und mit faſt zagender Hand den Glockenring zog.

Ueberall athmete der tiefſte Frieden; vom kleinen Kirchhof herüber ſchauten einfache Hügel und Kreuze. Renouard vernahm, wie die gezogene Glocke im In⸗ nern des Hauſes wiederhallte. Der greiſes Küſter öffnete und führte den Fremdling nach der Wohnſtube des Pfarrers, deren Fenſter in der ſchönen Jahreszeit von dem grünen Laube der Weinrebe freundlich umzo⸗ gen waren.