Teil eines Werkes 
4. Band, Napoleon in Aegypten : 3. Theil (1853)
Entstehung
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Funfzehntes Rapitel.

At Renvuard nach wochenlanger, ſchwerer Krankheit und tiefer Bewußtloſigkeit zum erſten Male die Augen aufſchlug, ſchaute er in das Engelsantlitz eines Mäd⸗ chens. Es war Clemence, die über ihn gebeugt mit ſeliger Freude die aufkeimende Geneſung in den blei⸗ chen Zügen des geliebten Freundes beobachtete.

Wo bin ich? frug er mit leiſer Stimme, aus einem ſchweren Traume erwachend.

In Saint⸗Maurice, guter Camille, erwiederte ſanft und freundlich das Mädchen.

Wo iſt Nurmahal? frug Renouard weiter,war⸗ um verläßt er mich?

Ueber Clemence's Geſicht legte ſich bei dieſen Wor⸗ ten ein Schatten von Wehmuth; ſie glaubte, der Kranke rede wieder irre; aber der Profeſſor Laroſ⸗ ſoſſinier, welcher an der andern Seite des Bettes ſaß und die Hand prüfend an Renouard's Puls gelegt hatte, winkte beruhigend.

Er meint ſeinen Diener, den Mohrenknaben, ſprach er leiſe, und zu dem Kranken gewendet:der treue Nurmahal iſt Euch bereits nach Paris voraus⸗ geeilt, um für Eure Ankunft Alles vorzubereiten.

Sieh da, verſetzte Camille lächelnd mit ſchwa⸗ cher Stimme,der Profeſſor; aber Nurmahal hätte mich nicht verlaſſen ſollen.

Er wird bald wieder bei Euch ſein, tröſtete Laroſſoſſinier.

Camille wollte weiter ſprechen; aber die Kräfte verſagten ihm. Ermattet ſchloſſen ſich ſeine Augen und der frühere bewußtloſe Zuſtand trat von Neuem ein.

Ob dieſer neuen Ohnmacht fielen die Blicke des