175
er,„und beſtelle mir Nachtquartier im Gaſthofe zum Löwen. Wir reiten nicht nach Grenoble.“
Pierzehntes Rapitel.
E⸗ war zwei Tage ſpäter, als Camille Renouard, der auf dem Schlachtfelde von Abukir von Bonaparte zum Bataillonschef ernannt worden, von dem treuen Nurmahal begleitet, einſam die Straße daher ritt, welche auf dem linken Rhoneufer von Avignon nach Montelimart führt. Melancholiſch ſpielte der Herbſt⸗ wind in den Kronen der ehrwürdigen Buchen, die zu beiden Seiten der Straße ſtanden, und der in den Frühlings⸗ und Sommermonaten ſo reizend blaue Him⸗ mel der Provence war in der ſpäten Jahreszeit kaum wieder zu erkennen. Eintönig zog ſich trübes, naſſes Gewölk von Horizont zu Horizont.
„Aber ſage mir, Nurmahal,“ begann Camille, nachdem die Beiden lange ſchweigend, Jeder in ſeine Gedanken vertieft, neben einander her geritten waren, „Du biſt, ſeit wir den Boden meines geliebten Frank⸗ reichs betreten, gar nicht der heitere Freund mehr, wie im ägyptiſchen Lande; faſt möcht' ich in dieſer Hinſicht es bereuen, von der Erlaubniß Bonaparte's Gebrauch gemacht zu haben, ihn nach der Heimath begleiten zu dürfen.“
„Hab' ich nicht gerechte Urſache traurig zu ſein,“ erwiederte nach einer Pauſe der Knabe,„da ich Dich in Kurzem werde verlaſſen müſſen?“
„Du mich verlaſſen?“ frug Renouard erſchrocken


