Teil eines Werkes 
4. Band, Napoleon in Aegypten : 3. Theil (1853)
Entstehung
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den Beſitz einer aſiatiſchen Feſtung gegenſeitig ihr eminentes Talent aufbieten.

Zahlreiche Stürme und Ausfälle ſind von beiden Seiten unternommen und zurückgeſchlagen worden. Hauptſächlich fehlt es den Franzoſen an Belagerungs⸗ geſchütz; denn der Haupttransport, der zu Waſſer an⸗ langen ſollte, iſt den Engländern in die Hände ge⸗ fallen. Bonaparte hat ſich daher genöthigt geſehen, anderes Geſchütz aus Aegypten herbeizuſchaffen und dem Capitain Camille Renouard iſt der wichtige Auf⸗ trag geworden, die Herbeiſchaffung zu beſchleunigen.

Trotzdem, daß die Fahnen einer civiliſirten Nation mit auf den Zinnen von Saint Jean d'Aere wehen, läßt ſich der hier reſidirende Djezzar⸗Paſcha in ſeiner bekannten Grauſamkeit nicht ſtören. Nicht nur, daß er den von Bonaparte entſendeten abermaligen Frie⸗ densboten, den franzöſiſchen Officier Mailly, gegen alles Völkerrecht hat tödten und in's Meer werfen laſſen, ſo werden auch ſämmtlichen Franzoſen, die, bei den Stürmen verwundet, den Türken in die Hände fallen, die Köpfe abgeſchnitten und ihre Körper in's Meer geworfen. Der Paſcha ſelbſt ſitzt auf offenem Markte und bezahlt jeden Kopf, den man ihm bringt, mit einem Piaſter. Dieſe blutigen Trophäen werden eingeſalzen und kiſtenweis nach Conſtantinopel geſandt.

Bonaparte iſt ſveben nach einem abermals abge⸗ ſchlagenen Sturme in ſehr verdüſterter Stimmung nach ſeinem Zelte zurückgekehrt und hat den Ingenieur⸗ General Caffarelli⸗Dufalga zu ſich rufen laſſen, um mit ihm über neue Belagerungsvperativnen zu berath⸗ ſchlagen, als zwei Boten anlangen, der eine von einem befreundeten Scheik des Libanon, der andere vom Ge⸗ neral Junot, welcher mit einem Detachement bei dem nicht fern gelegenen Nazareth ſteht.