Teil eines Werkes 
4. Band, Napoleon in Aegypten : 3. Theil (1853)
Entstehung
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neuer Feind, furchtbarer denn alle übrigen. Die Peſt

Bereits ſeit die Armee Aegypten verlaſſen, haben ſich wiederholt Spuren dieſer Entſetzen erregenden Krankheit gezeigt. Bei der Belagerung Jaffas ſind Kranke an einem peſtartigen Uebel geſtorben.

Bläuliche Beulen und brandige Blutflecke haben ſich an den Leichnamen gezeigt. Die Erſtürmung der Stadt, in welcher die Peſt herrſcht, hauptſächlich die Unvorſichtigkeit der plündernden Soldaten, ſich ver⸗ veſteter Kleidungsſtücke zu bemächtigen, haben die Ver⸗ breitung der Krankheit unter dem Heere außerordent⸗ lich befördert.

Eines Tages erhebt ſich im Lager ein fürchterlicher Lärm. Schrecken erfaßt die Bruſt der Beherzteſten. Das Geſchrei, es ſeien mehrere Soldaten beim Spa⸗ zierengehen plötzlich todt niedergeſtürzt, dringt in das Zelt des Feldherrn. Dieſer läßt ſogleich Nachfor⸗ ſchungen anſtellen. Es ergibt ſich, daß türkiſche Kran⸗ kenwärter während der Nacht Verſtorbene aus Nach⸗ läſſigkeit vor das Thor geworfen haben.

Bonaparte, der zeither durch die Aerzte die vor⸗ gekommenen Peftfälle nur für Ergebniſſe eines epi⸗ demiſchen Fiebers erklärt hat, erkennt ſogleich, daß wenn die Wahrheit bekannt werde, dieſelbe von un⸗ berechenbar verderblichen 52 gen für ſein Heer ſein müſſe. Er ſußt in dieſer Lage einen der großherzigſten Entſchlüſſe, der allein ſchon hinreichen würde, ſeinen Namen in der Geſchichte zu verewigen.

Folgen Sie, meine Herren, ſpricht er zu den ihn umſtehenden Generalen,ich werde ſelbſt den Be⸗ weis liefern, daß es nicht die Peſt iſt.

Er ſchreitet ſofort, gefolgt von ſeiner Suite und dem Oberarzte Desgenettes, nach dem Hospitale, worin