Teil eines Werkes 
4. Band, Napoleon in Aegypten : 3. Theil (1853)
Entstehung
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Allmälig verſtummt das Allahgeſchrei, der Wider⸗ ſtand wird ſchwächer. Der franzöſiſche Soldat iſt des Mordens müde. Der Reſt der Beſatzung wirft die Waffen von ſich und fleht um Gnade. Er wird ge⸗ fangen genommen. Als der Abend herabſinkt, iſt Jaffa in franzöſiſchem Beſitze.

Die Schrecken der Plünderung währen vierund⸗ zwanzig Stunden. Jammergeſchrei gemißhandelter Ein⸗ wohner tönt aus zahlreichen Wohnungen.

Aber iſt es doch, als wolle ein böſer Geiſt alle Schrecken des Kriegs über die unglückliche Stadt aus⸗ ſchütten. Als man die Gefangenen Bonaparte vor⸗ führt, wird dieſer heftig bewegt.

Was ſoll ich mit ihnen machen? ruft er mit durchdringender Stimme,habe ich Lebensmittel, ſie zu nähren, habe ich Fahrzeuge, ſie nach Aegypten oder Afrika überzuſetzen? Wie konnte man mir dieſe Un⸗ glücklichen vorführen?

Die Adjutanten erinnern an den Auftrag der Menſchlichkeit, den ſie von ihm ſelbſt empfangen haben.

Bonaparte läßt die aus Damaskus, Aleppo und andern ſyriſchen Orten gebürtigen Gefangenen, ſo wie die Aegypter ausſuchen und entſendet ſie in ihre Hei⸗ math; den Reſt, der aus Albaneſen beſteht, läßt er, nachdem er drei Tage lang mit ſich berathſchlagt und vergebens auf Schiffe und günſtigen Wind gewartet, niederſchießen.

Das Erſchießen wehrloſer Gefangenen muß mit Schauder erfüllen. Gleichwohl iſt dieſe Handlung dem Kriegsrechte vollkommen angemeſſen. Dieſe Arnauten oder Albaneſen hatten zum großen Theil die Beſatzung von El⸗Ariſch gebildet, welcher Ort noch vor Gaza gleich bei Beginn des ſyriſchen Feldzugs von den Fran⸗ zoſen war genommen worden. Man hatte ſie auf ihr