Empörung immer enger von allen Seiten eingeſchloſ⸗ ſen. Dennoch bleibt ſich die fanatiſche, von den Prie⸗ ſtern entflammte, Vertheidigung gleich.
Da mit einem Male— mitten im wildeſten Ka⸗ nonenfeuer— umzieht ſich der Himmel. Die Sonne erliſcht, dunkle Wolkenberge lagern ſich über dieſelbe, und in der Ferne, von der Wüſte herüber, beginnt der Donner, den man Anfangs von dem Kanonen⸗ donner nicht zu unterſcheiden vermag. Mit dem zu⸗ nehmenden Verderben in der mehr und mehr zuſam⸗ menſtürzenden Moſchee, umzieht ſich der Himmel ſchwär⸗
zer, rollt der Donner immer gewaltiger. Die Schläge
werden allmälig ſo erſchütternd, daß ſie das Krachen der Batterien übertäuben.
Es iſt, als ob ſich der Menſch und der Himmel zugleich gegen die Empörer verſchworen hätten. Hier und da zuckt aus der Wolkennacht ein zündender Blitz in das Häuſermeer, ſo daß die rothe Flammenſäule zum Himmel ſteigt. Dieſe in Aegypten eben ſo ſel⸗ tene, wie gefürchtete Naturerſcheinung eines Nachtge⸗ witters, ſo wie das Verderben, welches die franzöſiſchen Batterien rings verbreiten, bricht endlich den Trotz der Rebellen. Näher und näher raſſeln die Trom⸗ meln der ſtürmenden Colonnen. Näher und näher dröhnen die Kanonen, welche, in Gemeinſchaft mit den Geſchützen der Citadelle und den Haubitzen Dam⸗ martins, ihr Feuer gegen die Moſchee eröffnen. Bereits bricht an mehreren Orten des großartigen Gebäudes die Flamme hervor— da entſenden die rebelliſchen Scheiks eine Deputation an Bonaparte zur Unterhandlung.
Mit ernſtem Antlitz ſchaut aus einiger Entfernung der große Feldherr der franzöſiſchen Republik dem furcht⸗ baren Rächeramte zu, welches ſeine Batterien in Ge⸗ meinſchaft mit himmliſchen Blitzen unternommen haben.


