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muß ihn haben, Alles iſt verloren. Vier Haubitzen müſſen uns retten.“
Dammartin wagte keine Einrede mehr, ſondern eilte davon, um dem empfangenen Befehle gemäß zu handeln.
Bonaparte wandte ſich jetzt an den General Lan⸗ nes, einen ſeiner kühnſten Lieutenants.
„Sie, Lannes,“ ſprach er,„werden im Verein mit Devaux und Dumas und mit hinreichender Infanterie und Cavallerie, ſobald der Tag graut, Cairo verlaſ⸗ ſen, um die herbeieilenden Hülfsvölker der Inſurgen⸗ ten zurückzutreiben. Nach meiner Berechnung werden Sie es ungefähr mit fünf bis ſechstauſend Arabern zu thun haben. Nehmen Sie Ihre Maßregeln darnach.“
Erſt nachdem Bonaparte noch eine Menge anderer Befehle ertheilt hatte, gönnte er ſich einige Ruhe. Sorgenvoller war er noch nie ſchlafen gegangen..
Die Rebellen ließen gleichfalls die Nacht nicht un⸗ benutzt vorübergehen. Sie thaten Alles, um ſich zu verſtärken, zu verſchanzen und zu befeſtigen. Haupt⸗ ſächlich ſuchten ſie ſich mit den vom Lande herbeiei⸗ lenden Arabern, Beduinen und Fellahs in Verbindung zu ſetzen.
Kaum graute nach einer ſchwülen verhängnißvollen Nacht der Morgen des zweiundzwanzigſten October, als Bonaparte's gegebene Befehle in Ausführung ge⸗ bracht wurden. Die Generale Lannes, Devaux und Dumas rücken aus den Thoren von Cairo und trei⸗ ben die anlangenden auswärtigen Bundesgenoſſen der Empörer zurück. Ein großer Theil derſelben wird in den Nil geſprengt.
Unterdeß iſt Bonaparte's Aufmerkſamkeit beſtändig auf die Batterie des Generals Dammartin gerichtet. Von fünf zu fünf Minuten läßt er anfragen, ob die Batterie Poſto gefaßt? Erſt nachdem er die Nachricht


