Teil eines Werkes 
4. Band, Napoleon in Aegypten : 3. Theil (1853)
Entstehung
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nicht, an welchem er ſteht. Er überſchaut alle Ver⸗ hältniſſe. Nie ſtanden ſie für einen Eroberer mißli⸗ cher. Die Engländer ſind im Begriff, die Seeſtädte anzugreifen. Murad⸗Bey hält ſich noch immer in Oberägypten, trotz der raſtloſen Thätigkeit des ihn ver⸗ folgenden Deſaix. Nur mit Mühe vermag Menou und Dugua Unterägypten im Zaume zu halten. Die Wüſte wimmelt von ſtreitbaren Beduinen, die von Raubluſt und Fanatismus gegen die Franzoſen getrieben wer⸗ den. Sie und die Fellahs ſtehen im Begriff, den Em⸗ pörern von Cairo zu Hülfe zu ziehen. Dazu kommt ein Ferman des Großherrn, der durch Vermittelung der Engländer in zahlloſen Exemplaren in Aegypten verbreitet und in allen Moſcheen verleſen wird, worin die Verſicherung Bonaparte's, daß er mit der Pforte in Freundſchaft lebe, nicht nur für Lüge erklärt und alle Aegypter zum Morde der Franzoſen aufgefordert werden, ſondern auch offen verkündet wird, daß näch⸗ ſtens ein großes, türkiſches Heer erſcheinen und F Ungläubigen in Aegypten vernichten werde.

Von dem Beiſpiele der Hauptſtadt hängt Alles. Bonaparte hat ſeinen Entſchluß gefaßt. Er wendet ſich an den Artilleriegeneral Dammartin.

Eilen Sie auf den Mokkatam, ſpricht er,und ſtellen Sie auf dem Raume zwiſchen der Citadelle und der Moſchee El-Heazar eine Batterie von vier Haubitzen.

Der General gab beſcheiden zu bedenken, daß die⸗ ſen Befehl auszuführen, an die Unmöglichkeiten grenze, da jener Raum von den Rebellen beherrſcht werde.

Ich muß ihn aber haben, erwiederte der Ober⸗ general mit dem Fuße ſtampfend, indem ſeine Blicke fortwährend auf dem Plane von Cairo ruhten;ich

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