Teil eines Werkes 
4. Band, Napoleon in Aegypten : 3. Theil (1853)
Entstehung
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herüber. Bald vernimmt man auch das Geknatter des Kleingewehrfeuers und das Gebrüll eines entfeſſel⸗ ten Pöbels.

Als Bonaparte mit ſeinen Guiden an den zunächſt gelegenen Thoren von Cairo anlangt, findet er ſie von zahlloſen Rebellen beſetzt und vertheidigt. Er muß rechts abſchwenken nach dem Thore von Bulak, wel⸗ ches weniger ſtark beſetzt iſt. Bonaparte läßt daſſelbe ſogleich forciren und dringt in die Stadt. So wie er das Schloß erreicht hat, nimmt die Bekämpfung des Aufruhrs einen gewaltigern Charakter an. Bin⸗ nen kurzer Zeit hat er die Verbindung der rebelliſchen Stadtviertel unterbrochen. An allen Eingängen der Hauptſtraßen fahren Batterien auf. Alsbald iſt Cairo in eine einzige Wolke von Pulverdampf gehüllt.

Trotzdem vertheidigen ſich die Aufrührer, mit wel⸗ chen ſich nach und nach ein großer Theil der Einwoh⸗ ner vereinigt hat, mit einer ſolchen Hartnäckigkeit, daß Bonaparte alsbald erkennt, hier handle es ſich um ei⸗ nen Kampf auf Leben und Tod.

Funfzehntauſend Rebellen haben ſich in die be⸗ rühmte Moſchee El⸗Heazar, die bei allen Aufſtänden Cairo's eine hochwichtige Rolle geſpielt, geworfen, wo ſie ſich verſchanzen und bemüht ſind, durch ausgeſen⸗ dete Emiſſaire den noch ruhig gebliebenen Theil der Bewohner in Aufruhr zu bringen. Von den Mina⸗ rets der weltberühmten Moſchee herab ſind zahlreiche Prieſter bemüht, die Flammen des Aufſtandes zu ſchü⸗ ren und das Volk zur Vernichtung der Ungläubigen aufzureizen.

In allen Straßen wüthet der Kampf mit beiſpiel⸗ loſer Wuth. Sobald ein verwundeter Franzoſe den Rebellen in die Hände fällt, wird ſogleich ſein Haupt vom Rumpfe getrennt und auf Lanzen im Triumph