Teil eines Werkes 
4. Band, Napoleon in Aegypten : 3. Theil (1853)
Entstehung
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baren Schlägen über die empörte Stadt. Ueberall raſſeln die franzöſiſchen Trommeln den Generalmarſch. Die Franzoſen verſammeln ſich im Schloſſe. Der Ge⸗ neral Bon, welcher das Commando übernommen hat, entſendet zahlreiche Colonnen nach allen Hauptpunk⸗ ten. Auf allen Straßen und freien Plätzen beginnt das Gefecht. Der Pulverdampf der Kanonen und des Kleingewehrfeuers umzieht die Thürme und Minarets. Der Pöbel plündert und mordet demungeachtet unun⸗ terbrochen in den Häuſern der Reichen.

Bonaparte ſchreitet in den reizenden Gartenanla⸗ gen des Murad⸗Bey zu Gizeh auf und nieder und ergötzt ſich an der reichen Farbenpracht der ſüdlichen Blumenwelt, die in dem ſilbernen Gartenbaſſin lieb⸗ lich wiederſtrahlte; von Zeit zu Zeit fällt ſein Blick hinüber nach der Pyramide des Chevps, auf welcher er die Flagge Frankreichs deutlich zu erkennen vermag als plötzlich die ſtille Morgenluft durch den Donner eines ſchweren Geſchützes erſchüttert wird. Er beibt einen Augenblick ſtehen, dann verdoppelt er ſeine Schritte nach dem Gartenpavillon.

Hier iſt ſo eben ein ſtaub⸗ und ſchweißbedeckter Bote von Cairo angelangt, welcher die Nachricht von

dem Aufſtande bringt.

Bonaparte hört ihn mit großer Ruhe an und erkun⸗ digt ſich nach verſchiedenen Einzelnheiten. Er erkennt die Gefahr eines Aufſtandes in der Mitte eines feind⸗ lichen Landes in ſeiner ganzen Größe, doch kein Zug verändert ſich in ſeinem Marmorgeſicht. Er befiehlt

ſeinen Guiden, aufzuſitzen und ihm nach Cairo zu folgen.

In raſchem Trabe geht der Marſch nach der In⸗ ſel Rudah und von da nach der Hauptſtadt. Unun⸗ terbrochen donnern die Kanonen vom Mokkatamgebirge