Teil eines Werkes 
3. Band, Napoleon in Aegypten : 2. Theil (1855)
Entstehung
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Ich hoffe jetzt, ſprach er zu ſich,die Höhle des Löwen im Rücken zu haben und begreife nicht, warum ſich die beiden Stummen noch länger mit mir in⸗ commodiren. Mir iſt in meiner purpurnen Finſterniß Alles wie ein Traum. Ich bin überzeugt, daß, ſo lange eine franzöſiſche Akademie beſteht, noch nie eins ihrer Mitglieder ein ſolch' außerordentliches Abenteuer erlebt hat, wie ich. In dieſer Hinſicht ſteh' ich ein⸗ zig da. Sitz' ich nur wieder hinter'm Schreibtiſche, ſoll mir das Erſtaunen der geſammten gelehrten Welt meine ſtundenlange Todesangſt reichlich bezahlt machen.

Ich will nicht hoffen, fuhr er nach einer Pauſe fort,daß meine ſtockfiſchartigen Begleiter einen Scha⸗ bernack mit mir vor haben. Ich dächte, man könnte einmal genug haben.

Der Profeſſor verſuchte jetzt, ob es keine Mög⸗ lichkeit ſei, die Arme aus der zärtlichen Umſchlingung der beiden Unbekannten zu befreien. Er fing mit dem rechten an, wurde aber ſogleich dermaßen um⸗ klammert, daß er einen anderweitigen Verſuch aufgab.

Der Himmel mag wiſſen, wo mich dieſes Volk hinführt, meinte Laroſſoſſinier;nach meiner Berech⸗ nung müſſen wir Cairo längſt im Rücken haben. Es iſt mir unbegreiflich, daß uns auf unſrer Wanderung keine befreundete Patrouille begegnet iſt.

Die beiden ſtummen Begleiter ſchienen endlich am Ort ihrer Beſtimmung angelangt zu ſein. Sie mach⸗ ten plötzlich Halt, und dem lauſchenden Ohre des Pro⸗ feſſors kam es vor, als wenn man mit einein Grab⸗ ſcheite eine Grube in den Sand grübe.

Seine Philoſophie gab ſich bei dieſer Wahrneh⸗ mung den ausſchweifendſten Hypotheſen hin. Er be⸗ fürchtete, man wolle ihn lebendig begraben.

Das hätte noch gefehlt, ſprach er zagend zu