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durchſtachen, durch die Oeffnungen metallene Stifte zogen und an deren Enden Schellen von ziemlichem Umfange lötheten, ſo daß das Mitglied der Academie an jedem Ohre zwei große Schellen trug.
Der Profeſſor zog während der etwas ſchmerzhaf⸗ ten Operation die abſchreckendſten Geſichter; doch ver⸗ mochte er keinen Laut von ſich zu geben, da ihm der Mund verſtopft war.
Nach vollbrachter Procedur, die mit ziemlicher Schnelle vor ſich gegangen war, wurden dem Be⸗ ſtraften die europäiſchen Kleider angezogen, welches Geſchäft den Schwarzen weniger von der Hand ging. Hierauf zog man dem Profeſſor einen wollenen Beu⸗ tel über den Kopf, welcher dem Mitgliede der Akademie mit Einem Male vier Sinne raubte. In dem dicken wollenen Beutel war weder etwas zu ſehen, zu hören, noch zu riechen oder zu ſchmecken. Nur das allge⸗ meine Gefühl war dem Incorporirten geblieben, und das beſagte ihm, daß zwei Menſchen ihn unter den Arm nahmen und fortführten.
Dieſe im vollſten Sinne des Wortes ſinnloſe Reiſe gehörte nicht unter die angenehmſten. La⸗ roſſoſſinier, deſſen Philoſophie, von vier Sinnen un⸗ behelligt, wieder mit aller Macht erwachte, lebte noch immer in großer Beſorgniß, was aus ihm werden möchte.
Die Wanderung wollte kein Ende nehmen. Er ergriff wiederholt Gelegenheit, ſich mit ſeinen beiden Führern in Unterredung zu ſetzen; aber die wollene Mütze, die ſtraff über den Mund gezogen war, ließ es nicht dazu kommen.
Da ihm Sprache und Ausſicht benommen war, legte er ſich auf's Geruchsorgan. Dieſes beſagte ihm nach einer geraumen Wanderung, daß die Luft friſcher werde⸗
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