Teil eines Werkes 
3. Band, Napoleon in Aegypten : 2. Theil (1855)
Entstehung
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ben Leibes zurückbeugen mußte, um nicht über den Haufen geriſſen zu werden, was bei ſeiner unbeque⸗ men und ungewohnten Lage nicht viel bedurft hätte.

Das geht her, wie auf einer deutſchen Bauern⸗ kirmes, ſprach er zu ſich,man iſt ſeines Lebens nicht ſicher. Rein, da lobe ich mir doch ein ſolides Ballet voll Anſtand und Grazie.

Der Tanz brachte es mit ſich, daß zwei Tänze⸗ rinnen, um dem Profeſſor, als männlichem Haupt⸗ zuſchauer, wahrſcheinlich einen handgreiflichen Beweis von der Leidenſchaftlichkeit ihrer Pantomime beizu⸗ bringen, auf ihn zueilten und ſo herzhaft in ihre Marmorarme und an ihre wogenden Buſen preßten, daß er ſchier zu erſticken vermeinte.

O, o! meine Damen, ſtammelte er,wollen Sie ſich in Ihren ſchätzbaren Embraſſements nicht ein wenig moderiren? Ich leide ohnedies an Bruſt⸗ beklemmung!

Die zwei Alme's, von denen keine der andern den Profeſſor zu gönnen ſchien, ſo brachte es die Panto⸗ mime mit ſich, würgten unverdroſſen; gleichſam als wollten ſie den fingirten Gegenſtand ihrer Zärtlichkeit in Stücken reißen.

Um Gotteswillen, ſtöhnte der ſo gewaltſam Umhalſte,laſſen Sie los! Eine ſolche Leidenſchaft bringt den Menſchen um!

Der Profeſſor dankte allen Heiligen, als die an⸗ greifende Tour vorüber war, in welcher er den Gegen⸗ ſtand raſender Zärtlichkeit abgeben mußte. Er trocknete ſich den Schweiß von der Stirn.

Hier iſt doch Alles durch und durch türkiſch, ſprach er;erſt den Selam, alsdann das Bad, dann die feenhaften Decorationen aus tauſend und einer Nacht, dann die ſchöne Sultanin, dann Blut und Graus.