164⁴
denn gar keine arabiſchen Ausgaben dieſer Dichter zu Geſicht gekommen?“
Die Mädchen ſchüttelten abermals.
Laroſſoſſinier gerieth immermehr in Eifer.
„Ich will aber doch wohl hoffen, daß Sie leſen können?“
4 Abermaliges Schütteln.
„Mein Gott,“ ſeufzte das Mitglied der Pariſer Akademie,„welche vernachläſſigte Erziehung! Wo haben Sie nur die ſchönen Verſe her, wenn Sie Ihre eigenen Dichter nicht einmal in der Urſprache zu leſen vermögen?“
„Von unſern Müttern.“
„Ganz ſchön; aber Ihre werthen Frauen Mütter?“
„Von ihren Müttern.“
„So! Sollte man aber nicht einmal auf eine Muttergeneration ſtoßen, die in den Elementen, na⸗ mentlich was das Leſen anbelangt, beſſer zu Hauſe geweſen, als ihre reſpective Nachkommenſchaft?“
„Bei uns lieſt keine Frau.“
„Gerechter Himmel,“ ſprach der Profeſſor,„wie lange wird es da Zeit haben, bevor mein Werk,„über die Emancipation der Frauen im Morgenlande,“ das faßlich und hauptſächlich zur Selbſtlectüre der hieſigen Damen geſchrieben iſt, Eingang finden und Segen verbreiten wird!“
Die Alme's, nachdem ſie vollkommen ausgeruht und ſich erfriſcht hatten, begannen einen neuen Tanz, der an Ueppigkeit und gegen den Schluß hin, was die bacchantiſche Ausgelaſſenheit anbelangte, den frühern nicht nachſtand. Die halbentblößten Tänzerinnen kamen dabei dem nach orientaliſcher Weiſe mit unter⸗ geſchlagenen Beinen auf einem Kiſſen gelagerten Pro⸗ feſſor zuweilen ſo nahe, daß er ſich unwillkürlich hal⸗


