Teil eines Werkes 
3. Band, Napoleon in Aegypten : 2. Theil (1855)
Entstehung
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ihrer Körper und ihrer Geſichter voller Anmuth und Lieblichkeit; aber je länger die Tour währte und je höher die Leidenſcl haft der Pantomime wuchs, deſto ſtürmiſcher und wurden ihre Stellungen und Windungen. Der Ton der Cimbel, des Tambourins und der Caſtagnetten regelte ihre Schritte. Rach und nach ging der Tanz in bacchantiſchen Taumel über und ſchien an Wahnſinn zu grenzen. Die Alme's gleichen dann raſenden Mänaden und überlaſſen ſich ganz der Zügelloſigkeit ihrer Sinne.

Halb todt und faſt bewußtlos ſanken ſie nach voll⸗ brachtem Tanze auf die rings an den Wänden be⸗ findlichen Divans, und es bedurfte einer geraumen Zeit, bevor ſie ſich erholten, um zu einer andern Pantomime zu ſchreiten.

Der Profeſſor, dem nichts über die philoſophiſche Ruhe ging, konnte ſich mit dem raſenden Finale nicht befreunden. Er war mit großer Aufmerkſamkeit der Entwickelung der Pantomime gefolgt; allmählich ward ihm aber die Sache zu raſch, daß er nicht nachkom⸗ men konnte.

Aber gerade dieſe wilde Leidenſchaftlichkeie behagt ſowohl Türken wie Türkinnen. Die Alme's werden in alle Harems gerufen, wo ſie den Frauen neue Lie⸗ der lehren und ihnen verliebte Geſchichten erzählen. Oft weihen ſie die Serailbewohnerinnen auch in ihre Kunſt ein und lehren ihnen ihre Tänze. Die Os⸗ manen, obſchon Feinde aller Künſte und Wiſſenſchaften, hören gleichwohl dieſen äghptiſchen Mädchen oft ganze Nächte zu.

Wie geſagt, Laroſſoſſinier fühlte ſich von dem De⸗

elamatorium weit mehr angeſprochen, als von den wir⸗

belnden Tänzen, während Sultana, im holden dolce far niente auf ihrem Roſenplatze ruhend, am letzteren