„Weder gehäutet, noch geröſtet,“ erwiederte der Kapidſchibaſchi;„ich wollte Deinen Blicken das rei⸗ zende Schauſpiel nicht vorenthalten, und Du ſchlum⸗ merteſt ſo ſanft. Darum habe ich den Giaur noch am Leben gelaſſen.“
„Du haſt diesmal weiſe gehandelt, Muſtafa.“
„Der Waſſerfall kann dem Wüſtenwanderer nicht lieblicher tönen, als dieſe Worte Deinem Selaven.“
„Führe das Scheuſal vor mein Lager.“
„Es liegt bereits wohl ausgeſtreckt auf dem Rücken und iſt der Opferung gewärtig.“
„Bring' es her, daß ich mit ihm ſpreche.“
„Du wollteſt aus Deinem ſtrahlenden Lichte ſo tief herabſteigen zu einem räudigen Hunde des Abend⸗ landes?“
„Vollzieh' meine Befehle und erwiedere nichts.“
Der Kapidſhibaſchi, der ſich ſchon auf die Häu⸗ tung gefreut, war ſehr betrübt, daß Sultana zuvor mit dem Giaur in Conberſation treten wollte.
Mißmuthig kehrte er nach dem Orte zurück, wo der Profeſſor noch unermüdlich fortfuhr, die Schwar⸗ zen durch ſein kunſtreiches Brummen zu amüſiren, um ſie zu bewegen, ihm den Knebel aus dem Munde zu nehmen.
„Ich mag ſo accentuirt brummen wie immer mön⸗ lich,“ ſprach er zu ſich,„dieſes Volk verſteht mich nicht, Noder europäiſche Hund hätte mehr Einſehen, als dieſe ſchwarzen Fratzen mit ihren weißen Gebiſſen. Meine unartikulirten Töne machen ihnen Spaß, das ſehe ich; aber daß ſie einen Begriff damit verbänden, ſo hoch erſtreckt ſich ihre Capacität nicht.“
Während der Profeſſor über die geiſtige Beſchr heit der äthiopiſchen Race Betrachtungen anſtellte,
ſchien der Kapidſchibaſchi und ertheilte Befehl, den


