Teil eines Werkes 
3. Band, Napoleon in Aegypten : 2. Theil (1855)
Entstehung
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ſeines kurzen Geſichts die Roſe der Roſen nicht zu erkennen.

Ihre Hoheit wohl ſelbſt? frug er ſchüchtern den Voten der Liebe,wenn ich nur meine Brille hätte.

Leg' Deinen Kaftan ab, gebot der Knabe,und theile den Himmel mit der Roſe der Roſen.

Kaum aber war der Profeſſor dieſem Erſuchen nachgekommen und hatte ſein faltenreiches Oberkleid abgelegt, als die getäuſchte Sultanin wie eine Hyänc emporfuhr.

Welch' Scheuſal,kreiſchte ſie voll Schreck und Wuth.

Da haben wir's, ſprach erſchrocken Laroſſoſſinier, ich behag' ihr nicht, hab' ichs doch gedacht, daß es ſo kommen wird.

Im ſelben Augenblicke ſtürzten zwei Geſtalten ver⸗ zweiflungsvoll am Lager der entrüſteten Schönheit nie⸗ der. Es waren der unglückliche Follah, welcher den Unterhändler gemacht, und Fatime, die Seraildie⸗ nerin, die Renouard den Selam überbracht hatte.

Gnade, Gnade, jammerten Beide,ein böſer Geiſt hat ſich in die Geſtalt dieſes Scheuſals geklei⸗ det und ſich anſtatt des herrlichen Jünglings einge⸗ ſchlichen.

Die erzürnte Sultanin wußte nichts von Gnade. Sie gab dem Kapidſchibaſchi einen Wink, worauf der himmelblaue Vorhang zurauſchte.

Der Kapidſchibaſchi hatte mit einem Nale alle Hände voll zu thun und wußte nicht, wo er anfangen ſollte. Das Allernothwendigſte ſchien ihm die Be⸗ ſtrafung der Fatime und des Fellah, welche ſo un⸗ glücklich geweſen waren, anſtatt eines jugendlich blü⸗ henden Capitains ein alterthümliches Mitglied der fran⸗ zöſiſchen Akademie in's Serail zu führen. Er ertheilte ſogleich die erforderlichen Befehle.