Teil eines Werkes 
3. Band, Napoleon in Aegypten : 2. Theil (1855)
Entstehung
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Aber, Verehrter, gab der Profeſſor zu bedenken, das wird eine entſetzlich heiße Partie werden; und ich bin kein Salamander.

Die Flammen, welche Dir leuchten, Beglückter des Abendlandes, ſind nur die Brandfackeln, welche erlöſchen, ſobald Sultana Dich empfangen hat.

Das iſt mir lieb.

Nur einige goldene und ſilberne Fontainen wer⸗ den rauſchen und das Gemach der Liebe hold er⸗ leuchten.

Die Sache muß ſich charmant machen; ich bin begierig.

Die künſtliche Morgenröthe flammte jetzt in ſolcher Stärke, daß die nächſte Umgebung in roſenrother Verklärung ſtand. Zwiſchen Orange- und hohem Oleandergebüſch blickte ein tempelartiges Gebäude. Weiße Marmorſtufen führten nach einer portalähnli⸗ chen Thür.

Wirklich allerliebſt, allerliebſt, lobte der Pro⸗ feſſor, indem er ſich nach allen Seiten umſchaute,und jenes Gebäude in ächt ſarazeniſchem Sthl mit der hochgewölbten Pforte, die allerdings etwas nach Grie⸗ chenthum ſchmeckt, was hat das zu bedeuten?

Das iſt der Tempel der Liebe, wo Sultana ſeh⸗ nend Deiner harrt; die Pforte führt unmittelbar nach dem Gemache der Schönſten im Nilthal.

Bei ſeiner Umſchau im Roſalichte hatte Laroſſoſ⸗ ſinier die Bemerkung gemacht, wie der ſchwarze Brigadier in Begleitung von vier Mohren ihm gefolgt war. In der einen Hand trug derſelbe einen ſcharf geſpitzten Dolch und in der andern eine ſeidene Schnur, Beides Gegenſtände, die nicht zu den Leidenſchaften des Pro⸗ feſſors gehörten. Er erinnerte ſich des vorigen Zwie⸗ geſprächs und frug jetzt: