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und Du wrirſt dann finden, daß ich in Beſchreibung ihrer Reize nicht übertrieben habe.“
„Iſt ſie auch ſo gut als ſchön?“ frug Nurmahal nicht ohne Schüchternheit.
„Ein Engel iſt ſie,“ rief Camille von Wein und Ruͤckerinnerung in gleichem Grade begeiſtert.„Ihr himmelvolles Herz blickt ja aus ihren Augen. Kein weiblich Weſen kann ihr an Seelengüte gleichen.“
„Wirklich nicht?“ frug Nurmahal in ernſtem Tone.
„Doch nein, daß ich nicht lüge,“ fuhr Camille fort,„in Paris lebt auch noch ein weiblicher Engel. Auch er ſoll leben; mög' es ihm immer wohlergehen!“
Nurmahal hatte ſich bei dieſem Trinkſpruche ab⸗ gewandt, und ſein Blick ruhte ſchweigend auf der Stadt der Gräber.
„Hätten wir nur einen unſrer Dichter hier,“ ſprach Camille, dem immer poetiſcher zu Muthe ward,„oder einen Philoſophen; inmitten dieſer verſunkenen Welt müßte es ſich prächtig mit anhören.“
„Ich habe nur den Volney, dieſen treuen Maler des Landes Aegypten, bei mir,“ erwiederte Nurmahal.
„Den Volneh?“ rief Renouard,„das trifft ſich ja herrlich; lies mir doch gleich, lieber Nurmahal, die ergreifende Stelle, wo er die Trümmer der Vorwelt anredet. Hier in dieſer Gräberſtadt, in dieſer heiligen Stille, kann es gar keine paſſendere Lectüre geben.“
Nurmahal zog das Buch hervor und ſchlug die bezeichnete Seite auf. Er nahm auf einem Marmor⸗ blocke, Renouard gegenüber, Platz und begann mit ſeiner weichen, wohllautenden Stimme folgendermaßen:
„Seid mir gegrüßt, einſame Ruinen, heilige Grä⸗ ber, ſchweigend: Mauern, euch rufe ich an; zu euch richte ich mein Gebet. Ja, während der große Haufe mit geheimem Schrecken vor eurem Anblicke zurück⸗


