Teil eines Werkes 
3. Band, Napoleon in Aegypten : 2. Theil (1855)
Entstehung
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orientaliſchen Gemächern auf- und niedergeſchritten war. Plötzlich blieb Bonaparte unter der einen Pforte ſtehen, von welcher man in der Ferne die Pyramiden zum Himmel ſteigen ſah. Sinnend ruht ſein Auge eine Zeit lang auf den ehrwürdigen Denkmalen der Vor⸗ zeit. Dann wendet er ſich zu Renouard.

„Ihr waret der Erſte,“ ſprach er,„der Frankreichs Fahne auf die Mauern von Alexandrien pflanzte; ſeid auch der Erſte, der die Spitze der Phyramide des Ceops mit der Tricolore ziert.“

„Unſere Gelehrten“, fuhr er fort,„brennen vor Verlangen nach jenen Denkmalen; ſie quälen mich täg⸗ lich, daß ich ſie hinführen laſſe. Rehmt alſo zweihun⸗ dert Mann aus der neunundfunfzigſten Halbbrigade und führt die Gelehrſamkeit nach den Phramiden. Als Zeichen aber unſerer Siege laßt Frankreichs Fahne von den erhabenen Gipfeln wehen.“

Mit dieſem ehrenden Auftrage ward Renouard ent⸗ laſſen. Bonaparte zog ſich in ſein Cabinet zurück, von wo die weiſen Geſetze zur Civiliſirung Aeghptens ausgingen.

Nachdem der von ſo großer Huld berauſchte Re⸗ nouard den Landſitz Bonaparte's verlaſſen hatte, um⸗ ritt er ganz Cairo, um die berühmte Stadt der Gräber zu beſuchen, von der er ſo viel hatte erzäh⸗ len hören.

Die Stadt der Gräber oder der Todten liegt oberhalb der Hauptſtadt und iſt von größerem Umfange als dieſe ſelbſt. Hier haben alle Familien ihre Be⸗ gräbniſſe, und eine Menge Moſcheen, Minarets und Kuppeln bewahren das Andenken der hier ruhenden Großen. Eine das Gemüth tief ergreifende Stille herrſcht über der großen Gräberſtadt; wohin das Auge fällt, erblickt es nichts als Grabmäler von weißem