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„So ſcheint es,“ ſprach der Knabe;„Gott hat wahrhaftig Wunder an uns gethan.“
„Armer Profeſſor,“ ſeufzte Renouard,„ſo muß⸗ teſt Du ſo zeitig ein Opfer Deines wiſſenſchaftlichen Eifers werden!“
„In den Grenadieren Laroche und Vial“, ſprach Nur⸗ mahal,„verliert die Armee zwei ihrer tapferſten Männer.“
„Und auch Dich, einſtiger Spielgefährte, ehrlicher Baptiſt,“ klagte Renouard weiter,„hab' ich verloren; Du vergegenwärtigteſt mir immer die ſchöne Jugend⸗ zeit, die ich in Saint⸗Maurice verbrachte.
„Lebt Euch doch die Spielgefährtin in jenem Schloſſe,“ tröſtete Nurmahal in ſeltſamem Tone.
„Sie wird den Abenteurer längſt vergeſſen haben,“ meinte Camille,„der ihrem geſtrengen Vater zum Trotz unter die Soldaten ging.“
„Wahre Liebe“, verſetzte Nurmahal,„iſt nicht ſo vergeßlich.“
Camille erwiederte nichts; er gab ſeinem Maulthiere die Sporen, daß es in einen ſehr lebendigen Trapp fiel, ſo daß ihm Nurmahal kaum zu folgen vermochte.
Die ſchlanken Minarets des reizend gelegenen Schubra ſchauten durch Gruppen von Myrtenbäumen, und bald hielt man vor dem vergoldeten Gitter, welches durch den ſchönſten Garten der Welt nach dem Luſtſchloſſe führte, wo Bonaparte ſeit einigen Tagen reſidirte.
Da der Feldherr ſo eben den Abgeſandten meh⸗ rerer mächtigen Araberſtämme, die ſich Frankreich unter⸗ worfen hatten, Audienz ertheilte, ſo ward Camille und ſeinem Begleiter hinreichende Muße, den reizenden Garten mit aller Bequemlichkeit zu durchwandern und in Augenſchein zu nehmen.
Das ganze blühende Gebiet war von gradlinigen


