19
Vier ſich an einander reihende Hauptgemälde, wo⸗ von jedes einen andern Charakter zeigt, bilden das große Panorama von Cairo.
Im Norden die Vorſtadt Bulak mit Hafen und zahlreichen Schiffen; der goldene Nil in vielfachen Krümmungen durch grüne Ufer ſich windend; zur Rechten der ausgetretene Fluß einem Meere gleich, aus welchem hochgelegene Dörfer unter dem Grün der Palmen und Sokomoren hervorragen. Weiter im Hintergrunde die große Hauptſtadt ſelbſt, an einen Abhang ſich lehnend, der mit Moſcheen, Paläſten und Minarets reich bedeckt und von alten Burgen und Feſtungswerken umzogen iſt. Die hohe Sokomore, die ſchlanke Palme bilden, kräftig grün, den Vordergrund. Endlich zur Rechten Alt⸗Cairo, das ſich abwärts an die prächtige Stadt der Gräber ſchließt, welche mit ihren zahlloſen Monumenten in die Wüſte ſich verliert; wo dann die Wunder der alten Welt, die Phrami⸗ den, im Glanze der Abendſonne das reiche Gemälde begrenzen.
Groß und gewaltig, aber höher denn alle Paläſte und Minarets, ſteigt aus dem Häuſermeer die Haſſan⸗ Moſchee empor, das großartigſte Denkmal ſarazeniſcher Baukunde im Morgen⸗ und Abendlande. Dieſe gewal⸗ tigen Maſſen erfüllen die Seele mit Sicherheit; der hohe Schwung in ihrer Anlage und Zeichnung erweckt dichteriſche Begeiſterung, und die vollendete Ausführung läßt in dem Beſchauer eine ruhige Klarheit zurück.
Von ihren himmelhohen Zinnen überſchaut man die „Mutter der Welt“, wie Cairo von den Völkern des Morgenlandes genannt wird, die Paläſte alter und neuer Pracht, Ruinen und Bazare, die ungeheure Todtenſtadt, das Rilthal in ſeiner ganzen Breite, von Wüſte zu Wüſte, die unermeßliche Fläche 4 den Ph⸗
*


