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ramiden von Gizeh bis zu denen von Sakara, deren Spitzen fern in Oberägypten zu den Wolken ſteigen.
Cairo zählt ungefähr drei Stunden im Umfange und grenzt an mehreren Orten theils an das unfruchtbare Felſengebirge Mokkatam, theils an wüſte Gegenden. Zur Zeit der franzöſiſchen Oeceupation ſchätzte man die Anzahl ſeiner Bewohner auf Viermalhunderttauſend.
Der äußere Anblick der Stadt entſpricht keines⸗ wegs ihrem Innern. Die Straßen ſind eng und ungepflaſtert, die Häuſer zwar hoch, aber nur von Lehm und Backſteinen aufgebaut. Da die Fenſter meiſt in den innern Hofraum gehen, ſo gewähren die Wohnungen das Anſehen von Gefängniſſen. Da⸗ gegen nehmen ſich die vielen reich mit Bäumen und Blumen bedeckten Terraſſen und platten Dächer, die wie hängende Gärten in der Luft zu ſchweben ſchei⸗ nen, höchſt anmuthig aus.
Cairo zählt an hundert öffentliche Bäder, zahlreiche Bezare, Kaffechäuſer und öffentliche Vergnügungsorte. Zwanzigtauſend Maulthiere ſind in den Straßen von Cairo fortwährend in Bewegung, da nur Bettler und Selaven zu Fuß gehen.
Es iſt Mittag, der dreiundzwanzigſte Juli, als Bonaparte an der Spitze ſeines Heeres in Cairo ein⸗ zieht, nachdem zwei Compagnien der zweiunddreißig⸗ ſten Halbbrigade Tages zuvor, unter Anführung des tapfern Generals Dupuis, Beſitz von der Citadelle genommen haben.
Faſt die ganze Bevölkerung der Stadt iſt auf den Füßen. Die Beſieger der Mameluken werden überall mit ehrfurchtsvoller Neugier betrachtet. Die Freund⸗ lichkeit auf den Geſichtern der Franzoſen, die Heiter⸗ keit ihres Charakters ſetzen die nur an barbariſche Phyſiognomien und an eine tyranniſche Behandlung gewöhnten Bewohner Cairo's in Erſtaunen.


