Teil eines Werkes 
3. Band, Napoleon in Aegypten : 2. Theil (1855)
Entstehung
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mich hier in der Nähe landen ließ und nicht einige Meilen tiefer, wie Anfangs meine Abſicht war; dann dürftet Ihr ſchwerlich lebendig die Zinnen Cairo's erblickt haben, denn das Land bis zur Hauptſtadt wimmelt von feindlichen Stämmen.

Renvuard und Nurmahal ihrerſeit dankten nicht weniger dem Himmel, der ihnen in den tapfern Lands⸗ leuten Erretter geſandt. Wieviel konnten ſie erzählen von ausgeſtandenen Leiden und Abenteuern! Sie folgten dem Executionskommando bis Fuah. Erſt nach Verlauf zweier Wochen, nachdem Davouſt die bezeichneten Stämme gezüchtigt, kehrten ſie zurück und erreichten wohlbehalten Cairo.

Zweites Rapitel.

Crnſteneinyne, auf den höchſten Hügeln der Welt wie zum Scherze ausgebreitet, iſt ein Gemiſch alter und neuer Barbarei, keinem Volke, keiner Zeit, kei⸗ nem Sthle ausſchließlich angehörig Cairo iſt Kaiſerſtadt und Fürſtenſitz, zwiſchen Wüſte und Wüſte geklemmt, ganz aus ſich hervorgewachſen, ohne irgend eine Beimiſchung an Stoff, Zeichnung oder Farbe, welche der Einheit des Bildes ſchade. Cairo iſt weder Europa noch Aſien angehörig, weder gelungene

noch mißlungene Nachbildung griechiſcher, römiſcher

oder fränkiſcher Muſter; Cairo iſt diejenige Stadt, in welcher die ſarazeniſche Baukunſt ihre höchſte Ent⸗ wickelung erreichte und ihre größten Werke aufge⸗ ſtellt hat.