Teil eines Werkes 
3. Band, Napoleon in Aegypten : 2. Theil (1855)
Entstehung
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Palmenwäldern empor, weit und breit ein irdiſches Paradies vergoldend.

Unmittelbar an dem äußerſten Wüſtenſaum grenzte ein dunkelſchattender Dattelwald, in deſſen kühlem Grunde ſilberklare Quellen ſprudelten und deſſen ganze Atmoſphäre vom Dufte der Lorbeeren und Orangen, die hier in reicher Menge wuchſen, erfüllt war.

Welche Gefühle wären denjenigen zu vergleichen geweſen, mit welchen die Wanderer nach der glühen⸗ den Wüſtenreiſe in das hohe, ſchwellende Moos, im tiefdunkeln Waldesſchatten hinſanken.

Nachdem ſie Durſt und Hunger geſtillt, kehrte ein erquickender Schlummer ein. Das Gemurmel der Quellen lullte ſie in Schlaf, aus dem ſie erſt nach vielen Stunden neugeſtärkt erwachten.

Hat uns Gott bis hierher wunderbar beſchützt, ſprach Nurmahal,wird er uns ferner ſeinen Schutz nicht verſagen.

Man berieth jetzt, welcher Weg einzuſchlagen ſei. Aller Wahrſcheinlichkeit nach konnte man ſich nicht allzuweit von Cairo befinden. So ward beſchloſſen, dem Nile ſtromaufwärts zu folgen, aber nur die Nacht zur Reiſe zu wählen, um nicht von Neuem den Ara⸗ bern in die Hände zu fallen.

Camille und Nurmahal lebten in ihrer Waldein⸗ ſamkeit nach den furchtbaren Strapazen, wie im Pa⸗ radieſe. Rings herrſchte tiefe Stille, nur vom Rau⸗ ſchen des heiligen Stroms unterbrochen, der in eini⸗ ger Entfernung durch's Thal floß. Nirgends war eine menſchliche Wohnung zu erblicken, welche hätte beſor⸗ gen laſſen, daß der Frieden dieſes ſchattenreichen Aſols könne geſtört werden. Vor Mangel waren ſie hin⸗ länglich geſichert, denn überall lauſchten die üppigſten Südfrüchte zwiſchen den Blättern hervor.