Teil eines Werkes 
3. Band, Napoleon in Aegypten : 2. Theil (1855)
Entstehung
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Plötzlich blieb er ſtehen, ſchaute eine Weile un⸗ verwandt nach Oſten und ſank betend zur Erde, die Arme hoch emporgehoben zum glühenden Sonnenhim⸗ mel, ganz am äußerſten Horizonte tauchten, auf einer dunkelgrünen Linie, vereinzelte Palmen empor.

Alle überſtandenen Leiden vergeſſend, eilte Nur⸗ mahal zu Camille zurück, um dieſem die Himmels⸗ botſchaft zu verkünden. Aber vergebens ſchlugen die belebenden Worte an das Ohr des am Boden Liegen⸗ den. Seine Augen hatten ſich geſchloſſen, und die ohnmachtähnliche Erſchöpfung war im Begriffe, in den ewigen Schlummer überzugehen.

Nurmahal, welcher im erſten Schrecken ſeinen Freund ſchon für geſtorben hielt, fiel ſchreiend an ſeinem Kör⸗ per nieder; doch belehrte ihn bald der ſchwachklopfende Herzſchlag, daß noch Leben vorhanden ſei. Er rief den Ohnmächtigen mit den züärtlichſten Namen, aber die Angen Renouard's blieben geſchloſſen. Da zog der Knabe einen Dolch, und ſich eine Ader öffnend, ließ er die Purpurperlen ſeines Blutes dem am Bo⸗ den Liegenden in den halb geöffneten Mund träufeln.

Gierig ſogen die Lippen Camille's die ſeltene La⸗ bung, während Nurmahal mit ſeligem Lächeln zu⸗ ſchaute, wie ſein Blut dahinſtrömte, um den geliebten Freund zu retten.

So wie Renouard, wunderbar geſtärkt, die Augen von Neuem aufſchlug, zog der Knabe ſchnell den Arm zurück und verbarg ihn unter dem Gewande.

Haſt Du eine QOuelle gefunden? frug Camille mit ſchwacher Stimme.

O mehr, mehr! jubelte Nurmahal,wir find am Ende der Wüſte; noch wenige Stunden, und wir ſind gerettet.

Dieſe Rachricht wirkte auf den zum Tod Ermatteten