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„Wenn es Dir irgend möglich iſt,“ ſprach er zu Camille, der durch den Genuß der Orange etwas ge⸗ ſtärkt worden war,„ſo wollen wir die Stunden der Nacht benutzen und wieder aufbrechen. Der Polar⸗ ſtern dort wird uns die Richtung nicht verfehlen laſ⸗ ſen: hoffentlich, daß wir mit dem Morgen das Nil⸗ thal erreichen. Es bedarf ſicher nur einer kurzen Strecke, und wir ſind gerettet.“
Renouard erhob ſich, einem Sterbenden gleich, vom Boden, und die Wanderung, obſchon ſehr langſam, ging wieder vorwärts. Man war gezwungen, häufig Halt zu machen, um neue Kraft zu ſammeln. So legte man in der Richtung nach Morgen während der Nacht mehrere Stunden zurück.
Wieder graute der Oſten, wieder ſtieg der Tag empor, dieſelbe unermeßliche Einöde. Die beiden Wanderer, um den brennenden Durſt zu löſchen, wa⸗ ren wiederholt genöthigt, den während der Nacht ge⸗ fallenen Thau vom Sande aufzufangen. Aber das Verlangen nach Waſſer ward hierdurch nur vermehrt, denn jener Thau war, was unfehlbar von den in der Nähe gelegenen Natronſeen herrührt, mit Salztheilen ſo geſchwängert, daß er den Durſt zu einer wahrhaft qualvollen Höhe trieb.
Wenn dem Sterblichen auf Erden die Sonne als ein Hoffnungsſtern, als ein Symbol des neuen Lebens und der Freude aufgeht, ſo erſchien den Wüſtenwan⸗ derern ſie diesmal als ein Bote des Todes. Nur mit Entſetzen ſchauten ihre Blicke nach Morgen, wo die gelbe Scheibe immer ſichtbarer aus Dünſten und Staub⸗ gewölken hervortrat.
Bald ſanken die Unglücklichen von Neuem zuſam⸗ men. Die letzte Sonne ihres Lebenstages ſchien auf⸗ gegangen. Unfehlbar beſchien ihr Niedergang ihre


