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der Wüſte genommen zu haben ſchien, entfernter klang und die vorige Stille wieder eintrat. Von Neuem ſank Schlaf auf die ermüdeten Augenlider, aus wel⸗ chem der Knabe erſt erwachte, als ein kühler Morgen⸗ wind über ihn dahinſtrich.
Camille war bereits wach und fühlte ſich durch die nächtliche Ruhe bedeutend geſtärkt. Von Neuem keimte Hoffnung und Lebensmuth in ihm.
Die Wanderer ſetzten ſich wieder in Bewegung. Man ſchlug diesmal eine andere Richtung ein und wendete ſich mehr zur Linken, indem man derjenigen Leitung folgte, welche der Polarſtern gegeben hatte. So lange die Morgendämmerung währte, war die Wanderung mit weniger Beſchwerlichkeit verbunden; aber kaum ſtieg die Sonne über die Wüſte empor, als die Qualen von Neuem begannen. Die Gluth ſtieg von Stunde zu Stunde. Bereits lange vor MWittag war weder Camille noch Rurmahal im Stande, weiter vorwärts zu dringen. Man grub ſich Höhlen in den Sand, über welche man Kleidungsſtücke ſpannte, um ſich einigermaßen vor den Strahlen der gerade über dem Haupte ſtehenden Sonne zu ſchützen.
Der letzte Waſſervorrath in der kleinen Gummi⸗ flaſche, welche Nurmahal bei der Flucht mit entführt hatte, ging zu Ende, und noch immer zeigte ſich kein Brunnen, kein grünes Blatt, und meilenweit, wo im⸗ merhin der Blick verzweifelnd ſchweifte, ſank der Him⸗ mel auf das gelbe Sandmeer hernieder.
Viele Stunden waren die Unglücklichen gezwun⸗ gen, unter dem glühendſten Durſte, unausgeſetzt auf ein und derſelben Stelle zu verbleiben; denn an Wei⸗ terwandern in dem Sonnenbrande war nicht zu den⸗ ken. Stumm, in einem der Verzweiflung nahen, träu⸗ meriſchen Hinbrüten ruhte Jeder in ſeiner Höhle, die einem glühenden Grabe nicht unähnlich war.


