Teil eines Werkes 
2. Band, Napoleon in Aegypten : historisch romantisches Gemälde : 1. Theil (1853)
Entstehung
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V

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die glühenden Sandflächen, daß ſie bei den franzö⸗ ſiſchen Bataillonen angelangt ſind, ehe dieſe Zeit zum Feuern gewonnen haben. Wirklich ſehen ſich die Quarré's einige Augenblicke bedroht. Zum Glück iſt der Vor⸗ derzug der Mameluken, welcher angegriffen, nicht ſtark. Die Hauptmaſſe langt erſt einige Minuten ſpäter an. Die Franzoſen benutzen dieſe kurze Zeit, um die an⸗ ſprengenden Reiter mit einem Kugelhagel zu empfangen, welcher einen großen Theil derſelben niederſtreckt.

Da vereinigen ſich die Mameluken, die zeither die beiden Diviſionen zu gleicher Zeit angegriffen haben, und dringen mit vereinter Macht auf das Quarré Deſaix ein. Sie haben es umzingelt und ſtürzen von allen Seiten mit einer Wuth an, die beiſpiellos iſt. Es iſt ein Kampf, wie wenn ſich ein empörtes, bran⸗ dendes Meer an Felſenwänden bricht.

Nichtsdeſtoweniger bleibt das Quarré unerſchüttert. Alle verzweifelten Anſtrengungen ſcheitern an dem Eiſenwalle.

Jetzt ſprengt auf ſchäumendem Tigerroſſe Murad⸗ Bey heran. Seine Geſtalt iſt majeſtätiſch, erhaben. Maleriſch weht die weiße Reiherfeder ſeines Turbans. Weithin flammen im Sonnenlicht die Diamanten der koſtbaren Agraffe. Zornſprühend überflieht ſein Auge das Schlachtfeld der Wüſte. Ununterbrochen iſt er bemüht, die vor dem furchtbaren Feuer der Franzoſen zurück⸗ prallenden Geſchwader gegen den Feind zurückzuwerfen.

Heiß glüht die Sonne Afrika's über der Mord⸗ ſchlacht. Der Donner der Kanonen, die Salven des kleinen Gewehrfeuers, das Raſſeln der Trommeln, das Geſtampf der Roſſe, das Allah der Araber und Mameluken, franzöſiſcher Commandoruf bricht ſich an den Wänden der Pyramiden, die ſtill und ernſt aus fernen Jahrhunderten auf dieſen Kampf der Civili⸗ ſation gegen das Barbarenthum herabſchauen.