Teil eines Werkes 
2. Band, Napoleon in Aegypten : historisch romantisches Gemälde : 1. Theil (1853)
Entstehung
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Drient, 28. Juni 1798. Mitternacht. „Rings von tiefem Schweigen umgeben entſende ich dieſe Zeilen. Vermittelſt eines tüchtigen Wage⸗ halſes hoffe ich ſie nach Candia zu bringen. Noch im⸗ mer ſchwebt die geſammte Equipage in Ungewißheit, wohin die Expedition gerichtet iſt. Viele ſprechen von Morea, doch glaube ich immer, daß Aegypten der eigentliche Zielpunkt iſt. Vor einigen Tagen wurde Jedermann durch fernen Kanonendonner aufgeſchreckt, der unfehlbar von der engliſchen Flotte herrührte. Auch Bonaparte fürchtete dies und hat ſeinen Lauf ſüdlich genommen, nach der afrikaniſchen Küſte. In wenigen Tagen muß ſich unſer Geſchick entſcheiden. Wie dem ſei, in allen Wechſelfällen des Glücks oder Unglücks kann England zählen auf den ergebenen Ritter Lacoſte. Nachſchrift. Um ganz ſicher zu gehen, iſt mein Rath, vor allen Dingen die Richtung nach Morea einzuſchlagen. Selbſt für den Fall, daß die franzöſiſche Flotte daſelbſt nicht anzutreffen, wird ſie ſich an den Küſten von Aegypten finden. Meinen nächſten Brief datire ich nach dem Flecken Coron, an der Küſte Morea's, wo ich die er⸗ forderlichen Verbindungen angeknüpft habe. L.“ Kaum war eine Stunde vergangen, als der Hafen von Syrakus und ſeine nächſte Umgebung einem Amei⸗ ſenhaufen glich. Der urplötzliche Aufbruch hatte Alles in Bewegung geſetzt, und noch waren nicht vierund⸗ zwanzig Stunden abgelaufen, als die ſtolze Flotte von England den Hafen von Syrakus verließ und ihren Weg nach Morea einſchlug. Unterwegs ließ Nelſon ſeine ſämmtlichen Officiere wiederholt an Bord kommen, wo er denſelben ſeine ihnen bereits mitgetheilten Ideen über die verſchiedenen und