Teil eines Werkes 
2. Band, Napoleon in Aegypten : historisch romantisches Gemälde : 1. Theil (1853)
Entstehung
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die Zahl der Angreifer zu groß. Die fünf Helden ſchienen verloren. Da, im rechten Augenblicke, ſprang der majeſtätiſche Laroche mit ſeinen beiden allerdings weit ſchwächern Begleitern herbei. Das Gefecht ward äußerſt hitzig. Nurmahal kämpfte heldenkühn an Ca⸗ mille's Seite. Mehrere tödtliche Streiche, die nach des Letztern Haupt gerichtet waren, hatte der Knabe abgewendet, als ein Lanzenſtoß Renouard zu Boden ſtreckte. Ein Araber ſtürzte auf den Gefallenen, um ihm den Reſt zu geben, war aber, von Nurmahal's Stahl getroffen, im Augenblicke eine Leiche.—

Durch den Fall Desjenigen, zu deſſen Schutz ſie mitgegeben waren, auf's Aeußerſte gebracht, rafften die Grenadiere ihre letzten Kräfte zuſammen, und ſo ge⸗ lang es auch, die Araber mit außerordentlichem Verluſte zurückzuwerfen. Nicht weniger denn dreißig Todte und Verwundete bedeckten das kleine Schlachtfeld.

Die Helden zogen ſich nach einem hart am Ufer gelegenen Wäldchen zurück, welches ſowohl Schatten als auch eine gute Poſition gewährte. Renouard's Wunde

war zum Glück nicht gefährlich. Nurmahal hatte die⸗ ſelbe bereits mit Geſchick verbunden. Dankbar reichte

der Verwundete dem Mohrenknaben ſeine Rechte.

„Du haſt mir das Leben gerettet, theurer Nur⸗ mahal,“ ſprach er;„daß ich Dir doch lohnen könnte, wie Du es verdienſt!“

Der Knabe bedeckte die dargereichte Hand mit Küſ⸗ ſen. Dann wandte er das Antlitz abwärts und zwei Thränen ſeliger Freude glänzten in ſeinen Augen.

Der Profeſſor, welcher ſich während des hartnäcki⸗ gen Kampfes der Seinen lang auf den Erdboden aus⸗ geſtreckt und völlig todt geſtellt hatte, zog ſich, nach⸗ dem er wieder Leben bekommen, in den Hintergrund der Waldpoſition zurück.