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fen zu laſſen, was bei den zahlreichen ſeichten Stel⸗ len des Nils ſehr leicht zu bewerkſtelligen war.
Camille zog daher ein Piſtol aus dem Gürtel und ſtellte ſich dicht neben den ſteuernden Lootſen, welchem er zu verſtehen gab, daß er ihm bei der erſten Ge⸗ fahr, in welche das Schiff laufe, eine Kugel durch den Kopf jage.
Der Araber blieb ſehr ruhig bei dieſer Drohung. Er lenkte mit demſelben Phlegma wie zeither ſein Ruder. Auch die übrigen Fährleute ſchienen nicht die geringſte Notiz von Camille's Demonſtration zu nehmen. Sie führten nach wie vor unter eintönigem Geſange ihre Ruderſtangen,
Während Renouard den verdächtigen Lootſen fort⸗ während im Auge behielt und die militairiſche Escor⸗ te ermahnte, auf ihrer Hut zu ſein, ſtellte Laroſſoſſi⸗ nier höchſt unerquickliche Conjecturen über die neuä⸗ gyptiſche Sitte des Bauchaufſchneidens an.
„Ich kann mir die Sache nicht anders erklären,“ ſprach er endlich,„als daß die Barbaren der Meinung ſind, wir haben Diamanten verſchluckt. Halb civiliſirte Völkerſchaften gefallen ſich zuweilen in dieſer Idee.“
Plötzlich machte eine außerordentliche Erſcheinung alle Gefahr für den Augenblick vergeſſen. Nurmahal
that einen außergewöhnlichen Ruf und zeigte rechts
nach der Gegend der Wüſte. Da ſtiegen groß und gewaltig, mit den Gipfeln im Sonnenlichte ſtralend, die Pyramiden von Gizeh am Horizonte empor. Je län⸗ ger man ſie betrachtete, deſto höher ſchienen ſie zu wachſen; die einzigen, aber um ſo größere Ehrfurcht einflößenden Gegenſtände in dem unabſehbaren Meere, wo ſich ein wolkenloſer Himmel mit der Wüſte vermählt.
Der Profeſſor, nachdem er ſich überzengt, daß es keine Luftſpiegelung, ſondern wirklich die viertauſend⸗


