Teil eines Werkes 
2. Band, Napoleon in Aegypten : historisch romantisches Gemälde : 1. Theil (1853)
Entstehung
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zurück,„mir iſt nur ein Räthſel, auf welche Weiſe ſie einen Angriff gegen uns unternehmen wollen, da wir auf dem Schiffe die Uebermacht haben und ſie in unſere Gewalt gegeben ſind.“

Der Profeſſor, um auch hierüber in's Klare zu kommen, ward wieder zum heimlichen Dolmetſcher.

„Daß ſich Gott erbarme,“ wandte er ſich nach einiger Zeit mit kirſchblauen Lippen wieder zu Camille, „die Unmenſchen wollen uns den Bauch anbohren und mit Waſſer füllen. Das muß eine wahrhaft ſataniſche Marter und kann nur eine ganz neue türkiſche Erfin⸗ dung ſein; denn ich mag ſinnen wie ich will, das ganze Alterthum weiß nichts davon; wahrſcheinlich eine Art Schwedentrank.“

„Den Bauch wollen ſie uns anbohren?“ frug Re⸗ nouard und konnte ſich eines Lächelns nicht erwehren, „habt Ihr auch recht gehört, Profeſſor?

„Ich ſetze meinen Kopf zum Pfande,“ betheuerte Laroſſoſfinier leiſe.„Das Wort,“ er ſprach hier ei⸗ nige arabiſche Laute—„heißt anſtechen, ein Loch machen, anbohren; ferner— es folgte wieder ein ara⸗ biſches Wort— bedeutet der Bauch der Leib; und endlich— er ſprach zum dritten Mal arabiſch— will ſo viel ſagen, als mit Waſſer anfüllen. Alſo Summa Summarum, ſie wollen uns, Einen nach dem Andern, wie einen Schlauch mit Waſſer anfüllen. Ein höchſt barbariſcher Gebrauch, für den ich nicht einmal einen hiſtoriſchen Grund finde.

Renouard war nach dieſer philologiſchen Erörte⸗ rung ſehr nachdenkend geworden. Er ſchloß ſogleich nicht unrichtig, daß die feindlich geſinnten Schiffsleu⸗ te es wohl weniger auf den Bauch der Paſſagiere, als vielmehr auf den Bauch des Schiffes abgeſehen haben dürften. Wahrſcheinlich beabſichtigte man, die Barke bei paſſender Gelegenheit auf den Sand lau⸗