über den gegenwärtigen Zuſtand von Paris mitzu⸗ theilen.
Camille kam dieſem Verlangen mit vieler Bereit⸗ willigkeit entgegen und ſchilderte hauptſächlich den au⸗ ßerordentlichen Enthuſiasmus, welchen die Siege Bo⸗ naparte's in Italien hervorgebracht hätten, wodurch die beiden royaliſtiſchen Zuhörer allerdings wenig er⸗ baut wurden, während Clemence lebhaftes Intereſſe an der lebendigen Schilderung nahm.
Lacoſte, der jeden von des Mädcheus Blicken, die von Zeit zu Zeit nicht ohne Wohlgefallen zu dem be⸗ redten Erzähler aufſchauten, mit der Angſt und Em⸗ ſigkeit eines Spions bewachte, wollte im Innern ver— zweifeln vor Eiferſucht und Neid und er ergriff wie⸗ derholt die Gelegenheit, die Mittheilungen Camille's zu unterbrechen und ſich des Amts eines Erzählers zu bemächtigen. Da er unmittelbar vor dem Ausbruche der Revolution am Hofe Ludwigs des Sechzehnten ge⸗ lebt hatte, ſo war er ſehr vertraut mit den Sitten und Gebräuchen der damaligen Zeit; auch fehlte es ihm nicht an einem reichen Schatze von Anecdoten über die damaligen Helden und Heldinnen des Tages. Sein Vortrag war elegant und hörte ſich ganz angenehm an. Wie aus dem Buche der Tauſend und eine Nacht be⸗ ſchrieb er die ehemaligen glänzenden Hoffeſte in den Tuillerien, zu Verſailles und Trianon. Ueber den da⸗ maligen guten Ton, die feine Sitte, die Courtviſie, worin der Hof zu Verſailles allen Höfen Europa's voranging, ſprach er mit einem ſolchen Aufwand von Geiſt und Wärme, daß man hätte glauben ſollen, die gegenwärtige Welt und namentlich die höhere Geſell⸗ ſchaft derſelben lebe in vollkommener Barbarei.
Renvuard, ein Kind der Revolution und groß ge⸗ ſäugt in den Ideen der neuen Zeit, welchem überdies
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