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der Wein das Herz etwas auf die Zunge verſetzt hatte, ließ ſich durch den weichen, ſeidenen Talar, den La⸗ coſte mit vielem Geſchick über die ſogenannte„gute alte Zeit“ gebreitet hatte, nicht täuſchen, ſondern zerriß ihn ziemlich ungenirt, indem er mit Feuer die innere geiſtige und ſittliche Verderbniß jenes alterthümlichen Gebäudes des Staats⸗ und höhern Geſellſchaftslebens nachwies, welches der Revolution verdientermaßen als Opfer gefallen ſei. Jemehr indeß Camille in's Feuer gerieth und die Rechte des ſouverainen Volkes gegen einen übermüthi⸗ gen Adel, einen verſchwenderiſchen Hof und eine ſitten⸗ loſe Geiſtlichkeit vertheidigte, deſto ernſter furchte ſich die Stirn des bourboniſtiſchen Vormunds. Er machte ſeines Mündels republikaniſcher Beredtſamkeit mit einem Male ein Ende, indem er die Tafel ſchnell aufhob. Clemence hatte zu des Chevaliers Ingrimm in der letzten Zeit faſt kein Auge von dem begeiſterten Sprecher verwandt. Obſchon das Mädchen von den politiſchen Reden Vieles nicht verſtand, ſo ſchien ſie doch nichts⸗ deſtoweniger die Wahrheit innig zu fühlen, von wel⸗ cher Renouard begeiſtert war. Clemence pflichtete daher in ihrem Herzen dem Vetter weit mehr bei als dem Lacvſte, obſchon dieſer glatter und gewählter über die ehemaligen franzöſiſchen Zuſtände geſprochen hatte. Letzterer, dem die Gefühle des Fräulein von Mont⸗ reuil nicht unbekannt geblieben ſchienen, ſtand daher mit dem feſten Vorſatze von der Tafel auf: den ge⸗ fährlichen Nebenbuhler, es koſte, was es wolle, mit ſich zu Schiffe zu nehmen, ihn nie aus den Augen zu laſſen und bei paſſender Gelegenheit für immer un⸗ ſchädlich zu machen.


