Teil eines Werkes 
2. Band, Napoleon in Aegypten : historisch romantisches Gemälde : 1. Theil (1853)
Entstehung
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den war, ſein könne. Er ließ die geſammte ihm be⸗ kannte Schloßbewohnerſchaft die Revue paſſiren. Herr von Montreuil in ſeiner Mißſtimmung war gewiß am wenigſten aufgelegt, dergleichen Spaß mit ihm zu trei⸗ ben; auch würde ein ſolcher Scherz gänzlich außerhalb dem Bereiche ſeiner Würde gelegen haben. Faſt hätte ihn die räthſelhafte Art, wie er zu dem Briefe ge⸗ kommen, auf die Vermuthung führen können, daß eine weibliche Hand dabei im Spiele ſei; aber ſollte die ſo mädchenhafte ſchüchterne Clemence ihre Einwilligung zu einem ſolchen Scherze gegeben haben, der, da er die Vermögensumſtände Camilles betraf, keineswegs zu den zarten gerechnet werden konnte? Daß übrigens der Brief aus der nächſten Nähe herrührte, ging un⸗ leugbar daraus hervor, weil ihm jedes Poſtzeichen mangelte. Wäre er vielleicht von Paris datirt gewe⸗ ſen, ſo war die Sache weniger ſchwer zu erklären; un⸗ fehlbar hätte ſich dann einer der jugendlichen Co⸗ militonen Camille's einen Scherz erlaubt.

Der Inhalt der angeführten Zeilen war eben ſo geheimnißvoll und räthſelhaft, als die Art der Ueber⸗ bringung. Wie ſollte er gerechten Anſpruch auf eine Summe haben, die faſt ein Drittheil ſeines väterli⸗ chen Erbtheils betrug? Ferner ſollte er ſich keine Serupel machen und ſich ihrer getroſt bedienen! Es ſchien Camillen nur gewiß, daß Alles auf eine My⸗ ſtificativn hinauslaufe. Er würde daher nicht verfehlt haben, Zuſchrift und Wechſel zu vernichten, wenn er nicht vermittelſt dieſer Doeumente gehofft hätte, dem Briefſteller ſelbſt über kurz oder lang auf die Spur zu kommen.

Er war aufgeſtanden und durchſtreifte den Park nach allen Richtungen, in Gedanken noch immer mit dem im Schlafe erhaltenen Briefe beſchäftigt, als er dem