Teil eines Werkes 
2. Band, Napoleon in Aegypten : historisch romantisches Gemälde : 1. Theil (1853)
Entstehung
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Der Duft der Blüthen zog aromatiſch durch die Luft. Auf der einfachen Bank ruhte ſich's wie im Paradieſe. Camille ſchloß träumeriſch die Augen und ſeine ganze roſenvolle Jugend, in welcher Elemence's Bild engel⸗ haft ſchwebte, zog wie eine ſelige Fata Morgana ſei⸗ nem Innern vorüber. Von dieſen zauberhaften Er⸗ innerungen eingewiegt, neigte ſich endlich ſein Haupt auf die Bruſt, und er entſchlummerte. Aber der Traum, der ihn jetzt umfing, war nichts weniger als erquickend. Dunkles Gewölk hatte den Himmel vom Aufgang bis zum Niedergange umzogen. Wild wogte der Sturm durch den öden Raum; unheimliche Geſtalten von übermenſchlicher Größe unſchlichen ihn. Von Zeit zu Zeit aber trat ein Stern in Metevrenſchöne erleuch⸗ tend und erfreuend aus dem Nachthimmel hervor und zog den Träumenden magnetiſch nach ſich. Ferne, nie geſehne Lande thaten ſich auf. Plötzlich fiel der er⸗ ſchreckte Blick in weiße, geiſterbleiche Wüſten, aus wel⸗ chen uralte Bauwerke zu den Wolken ſtiegen. Unter den einzelnen Palmengruppen waren ſchwarzbraune, phan⸗ taſtiſch gekleidete Männer gelagert, welche ſogleich, als ſie den Fremdling gewahrten, ihre vergifteten Pfeile auf ihn abſchoſſen. Ueberall Kampf und Drang, Blut und Flammen. Ein ſchauerlich granſes Nachtſtück. Die Ge⸗ fahren, die ihn umringten, waren zahllos; aber im⸗ mer ſchien es, als ob ein heiliger Engel mit ſchützen⸗ dem Schilde ihm zur Se t ſtehe. Selbſt als rothes Blut dem Herzen entſtrömte, legte ſich eine Hand leiſe auf die Wunde und heilte ſie. Urplötzlich befand ſich der Träumende wieder an der Seite Clemence's und eilte mit ihr über blumige Wieſen; aber unaufhaltſam ringelte ſich dem glücklichen Paare eine graue Schlange nach, aus deren erhobenem Kopfe eine rothe ſtechende Flamme züngelte. Schon hatte das unheimliche Ge⸗