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Veränderung und Vervollkommnung bei einem Mädchen hervorzubringen. Elemence war ein wilder Springins⸗ feld, als er ſie vor ſechs Jahren verließ, und jetzt glich ſie einer ſchönen ſtillen Heiligen. Wenn er bedachte, wie er dieſe weißen zarten Glieder ſo oft in jugend⸗ lichem Tanze auf der Wieſe umſchlungen, ja wie er ſelbſt einmal im wilden Knabentrotze die„kleine Frau“ geſchlagen, kam er ſich ordentlich wie ein Miſſethäter vor.
Vergebens ſuchte der Jüngling nach einer uralten Ulme am äußerſten Ende des Parks, von der er ſich ziemlich deutlich erinnerte, einſt am Johannistage ein gedoppeltes„C“ eingeſchnitten zu haben. Der ehr⸗ würdige Baum war aber nicht mehr zu finden; nur ein alter Stumpf bezeichnete die Stelle, wo er einſt geſtanden, und lehrte, daß auch ein Stamm, der meh⸗ rern Jahrhunderten getrotzt, endlich dem Looſe alles Ir⸗ diſchen unterliegen muß. Wahrſcheinlich hatte ein hef⸗ tiger Winterſturm die majeſtätiſche Krone zum Falle ge⸗ bracht. Dagegen hatte ſich die Jelängerjelieberlaube, die nicht weit davon gelegen war, in ihrer reizenden Einſamkeit vollkommen erhalten. Sie war nur dich⸗ ter geworden denn ehedem, wo zu beiden Seiten noch Stücke vom blauen Himmel hereinſchauten. Türki⸗ ſcher Flieder, Jasmin und Jelängerjelteber hatten das hölzerne Geſtell der Laube ſo dicht umwuchert, daß man auf der kleinen Breterbank im Innern wie in einem blühenden Dome ſaß. Reich waren die innern und äußern Wände mit dunkeln, violetten Blüthentrau⸗ ben behangen, und die weißen Sterne des Jasmins leuchteten duftend aller Orten aus dem Blättergrün.
Camille konnte ſich nicht enthalten, auf der Bank, wo er ſo oft neben Clemence, wenn ſie die Blumen, die er ihr als aufmerkſamer Ehegemahl gepflückt hatte, in Kränze wand, geſeſſen hatte, Platz zu nehmen.


