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auch in Paris Schulden hinterlaſſen, die ihm mit der Zeit große Verlegenheit bereiten konnten. Zwar waren dieſe Schulden in der edelſten Abſicht contrahirt wor⸗ den, aber wenn der Vormund davon erfuhr, ſo ſtand zu befürchten, daß er ſie nicht nur nicht bezahlte, ſondern auch ſeine Hand gänzlich von ſeinem Mündel abzog.
In der trübſten Stimmung ſchritt er daher nach der Unterredung im Schloſſe über den düſtern Hof von Saint Maurice. Es trieb ihn hinab in den Park, in die Einſamkeit; vielleicht, daß ihm in den ſtillen, grünen, ſchattenreichen Gängen, die er noch aus der Knabenzeit her kannte, wieder wohl wurde. Seine Bruſt ward von den ſeltſamſten Ge⸗ fühlen bewegt. Wenn er auf der einen Seite auch ſeine ſchönſten Hoffnungen zu Grabe tragen mußte und deshalb eine tiefe Wehmuth ſich ſeiner bemäch⸗ übte auf der andern das Bild der engelſchönen Couſine, das ſtill verklärt in ſeinem Herzen ruhte, ſo wohlthuend auf ſeine Stimmung, daß er ſich über den Zuſtand ſeines Gemüths ſchlechterdings nicht klare Rechenſchaft zu geben vermochte.
Ganz in ſeine innere Welt verſunken, wandelte er wie träumend die blühenden Gänge entlang, abgeſchie⸗ den von der Welt und ihrem eiteln Treiben; im dun⸗ keln Laube ſangen einſame Vögel; rings athmete tiefe Ruhe; nur von Zeit zu Zeit klang Glockenton aus dem im Thale gelegnen Dörfchen Saint Maurice. Camille erinnerte ſich an manches der ehemaligen Lieblings⸗ plätzchen; da ſtand noch hier und da ein Baum, die belaubten Aeſte weit umher breitend, unter welchen er ſich entſann, oft als Knabe geruht, geträumt und mit der kleinen Clemenee, ſeiner„kleinen Frau,“ wie er ſie damals nannte, geſpielt zu haben. Er begriff nicht, wie wenige Jahre hinreichend wären, eine ſo große


