Teil eines Werkes 
2. Band, Napoleon in Aegypten : historisch romantisches Gemälde : 1. Theil (1853)
Entstehung
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Neid, der Stolz, die Habſucht, der Ehrgeiz, der Zorn, die Rachſucht, die Verläumdung, die Schadenfreude und wie die böſen Geſellen alle heißen. Wer ſie alle be⸗ ſiegt hat, was, ich gebe es zu, ſehr ſchwer hält, kann erſt wahrhaften Anſpruch auf den Namen eines Chriſten machen. Sein Ruhm ſteht dann bei Gott höher, als der Ruhm manches Kriegshelden; höher als ſelbſt der Ruhm des großen Bonaparte, welcher zwar ganz Italien beſiegt hat, aber ſeines Jähzorns zum Beiſpiel noch nicht Meiſter geworden ſein ſoll.“

Baptiſt war mit den unſichtbaren Feinden, welche ſein Vater aufgezählt hatte, keineswegs zufrieden. Nach ſeiner unmaßgeblichen Meinung mußte ein recht⸗ ſchaffener Feind wenigſtens Arme und Beine haben, die man entzweiſchlagen konnte. Ein rothröckiger Engländer, gegen den er hätte marſchiren und auf den er nöthigenfalls hätte ſchießen können, wäre ihm daher weit lieber geweſen, als jene unſichtbare Schaar, der mit der Fauſt gar nicht beizukommen war. Indeß vermied er, ſeine Geringſchätzung gegen die ihm vom Herrn Vater aufgezählten Feinde laut werden zu laſſen, um den Alten nicht von Neuem zu erbittern und auf den Fußfall und die Petition zu⸗ rückzubringen. Er nahm geduldig die guten Lehren in Empfang, die ihm Niklas in Betreff der Maul⸗ wurfjägerei ziemlich umfangreich ertheilt hatte.

Bei weitem ſchwerer, als Baptiſt in Betreff der Conferenz mit ſeinem Vater, erholte ſich Camille von der Audienz, die er bei Herrn von Montreuil, ſeinem geſtrengen Herrn Vormunde, gehabt hatte. Der Ge⸗ danke an ſeine beſchränkten Vermögensumſtände drückte ihn in mehr denn einer Hinſicht darnieder. Erſtens mußte er aufſeinen Feldzugsplan verzichten, vonwelchem er ſich ſo viel Ruhm verſprochen, und alsdann hatte er