Teil eines Werkes 
2. Band, Napoleon in Aegypten : historisch romantisches Gemälde : 1. Theil (1853)
Entstehung
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Hat nicht der Moniteur vor Kurzem ſelbſt ziemlich deutlich zu verſtehen gegeben, daß Aegypten das Ziel der Expedition ſei?

Allerdings, das hat er, ſprach Lacoſte.

Dieſe Finte iſt aber zu abgenutzt, fuhr Mont⸗ reuil fort,als daß ſie im Entfernteſten einen Erfolg haben könnte.

Wenn die Rüſtungen Aegypten nicht zum Zwecke haben, ſprach der Chevalier,dann allerdings habt Ihr Recht; aber wenn ſie auf jenes Land gerichtet ſind, wie ich überzeugt bin, ſo iſt die Finte ſo un⸗ ſchlau nicht.

Doch ich bitt' Euch, Chevalier, ſprach Mont⸗ reuil,ſelbſt zugeſtanden, daß Ihr Recht hättet, was wollte Bonaparte im fernen Aegypten, abgeſchnitten vom Mutterlande, entblößt von allen Hülfsmitteln, einem verheerenden Klima, den Damascenern der Tür⸗ ken und Mamelucken Preis gegeben und den Englän⸗ dern faſt gänzlich in die Hände geliefert?

Ein Mann wie Bonaparte, verſetzte Lacoſte, würde mit ſeiner Armee bei den Fleiſchtöpfen Aegyp⸗ tens nicht verhungern und allenfalls auch Mittel und Wege finden, den Mamelucken und Engländern nicht nur die Spitze zu bieten, ſondern ihnen ſelbſt furcht⸗ bar und verderbenvoll zu werden.

Das zweifelvolle Kopfſchütteln des Schloßherrn zeigte an, daß ihm die Expedition nach Aegypten ſchlechterdings nicht in den Kopf wollte.

Ich begreife nicht, fuhr der Chevalier fort,wie der mitgetheilte Plan ſo außer aller Berechnung lie⸗ gen ſollte. War Aegypten nicht ſtets ein Reizmittel für die Habgier der europäiſchen Mächte? Im funf⸗ zehnten und ſechzehnten Jahrhundert beſtrebten ſich Spanien, England und Venedig wechſelsweiſe, einen