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reuil, ſeit einigen Jahren in Paris die Rechtswiſſen⸗ ſchaft ſtudirte.
„Mein Gott, mein Fräulein,“ rief Ninon,„wie ſchön iſt er geworden!“
Camille, der, von Baptiſt fortwährend am Arme geſtreichelt, näher getreten war, ſchien hinſichtlich ſeiner Couſine ein Gleiches zu finden. Er ſtand wie ge⸗ blendet vor der holden Jungfrau, die ihrerſeits kaum die Augen aufzuſchlagen wagte.
„Und Ihr wäret wirklich die kleine freundliche Clemence,“ frug er endlich, kaum ſeinen Augen trauend, „an deren Seite ich die ſchöne Jugendzeit verlebte?“
„Bin ich denn nicht mehr freundlich?“ frug leiſe und ſchüchtern das Mädchen.
„Ach!“ rief Camille begeiſtert,„weit herrlicher ſeid Ihr geworden, ein Engel, eine Göttin!“
Baptiſt, welcher mit dem jungen Renouard, der nur einige Jahre älter, aufgewachſen war und deshalb mit unbeſchreiblicher Liebe an ihm hing, begriff gar nicht, was Camille an dem gnädigen Fräulein, das er doch von früher her kannte, ſo Nagelneues finden konnte. Er ward faſt eiferſüchtig und betrachtete die unverhoffte Nebenbuhlerin zum erſten Male in ſeinem Leben genauer. Da gewahrte er allerdings, daß Cle⸗ mence ein ſehr ſchönes Mädchen ſei; aber daß Camille von ihrem Anblicke rein bezaubert, in ihrem Anſchauen ganz verſunken war und ſich weit mehr mit ihr als mit ihm beſchäftigte, wollte ihm nichtsdeſtoweniger nicht in den Kopf. Ninon fand weniger Außerordent⸗ liches in dem Benehmen des Herrn Renvuard.
Nachdem ſich Camille und Clemence inſoweit von ihrer erſten Ueberraſchung erholt hatten, um in ein verſtehbares Geſpräch zu treten, ward endlich auch der Grund kund, warum erſterer die weite Reiſe von


