„Um ſo mehr hat mein Vater Recht,“ verſetzte Clemence,„wenn er nicht allen jungen Leuten von Maurice erlaubt, Soldaten zu werden; wer ſollte dann die Felder beſtellen und namentlich unſern Garten in Ordnung erhalten?“
Ninon, die ſich von dem hübſchen Baptiſt, ſeit ihm die Kriegsgedanken durch den Kopf gingen, auf⸗ fällig vernachläſſigt fand, ſuchte ſich jedesmal zu rächen, ſobald die Rede auf den Soldatenſtand kam.
„Ich bezweifle überhaupt,“ meinte ſie,„ob Bap⸗ tiſt zum Soldaten paßt.“
Der Entrüſtete ſtieß bei dieſen Worten das Grab⸗ ſcheit, womit er dem Maulwurf den Kopf einſchlagen wollte, mit Heftigkeit in den Boden.
„Paßt!?“ rief er, mit einer Flammenröthe auf dem Antlitz,„warum ſoll Baptiſt nicht paſſen?“
Sein Zorn verrauchte indeß augenblicklich, ſeine Blicke plötzlich einen Gegenſtand gewahr wurden, der ihn alles Andre vergeſſen und ſelbſt die gewöhn⸗ liche Höflichkeit gegen die Tochter ſeines Herrn aus den Augen ſetzen ließ. Mit den Worten:„Camille, Camille!“ warf er das Grabſcheit weit von ſich und eilte den Hauptgang des Gartens entlang, welchen eine hohe, ſchlanke Jünglingsgeſtalt, in einen grauen Reitermantel gehüllt, daher kam.
„Welche Zügelloſigkeit!“ ſchalt Ninon,„er verlernt bei ſeinen Kriegsgedanken noch alle gute Sitte.“
Die beiden jungen Mädchen ſchauten halb er⸗
ſchrocken dem plötzlich Dahineilenden nach; aber ihre
Ueberraſchung war nicht geringer, wie die des jungen Gärtners, als ſie in dem ſchlanken Ankömmling den jungen Camille Renvuard wieder erkannten, wel⸗ cher, ein entfernter Verwandter der Familie Mont⸗


