Teil eines Werkes 
1. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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meinem Unglück aus den Wolken geſchneit. Wo wär' er auch heute morgen beim Schachtelmalheur gleich her⸗ gekommen?

Endlich acquirirte ich zum zweiten Male die Stadt und zum zweiten Male die Ecke der Königsſtraße. Hier verſöhnte ich mich einigermaßen mit meinem Wi⸗ derſacher; denn er war wenigſtens ſo menſchlich ge⸗ weſen, zu warten und mir von nun an den Weiter⸗

transport anzuvertrauen. Es erfolgte ein tief gefühlter

Abſchied zwiſchen dem Beſchützer und den Schützlingen, während ich die ganze Geſellſchaft dreiunddreißig Mal in's Pfefferland wünſchte. Gleichwohl war mirs lieb, daß das fatale qui pro quo mit des Barons Wagen paſſirt war. Bei einem andern konnte die Sache noch ſchlimmer ablaufen.

Auf der Königsſtraße, welche mit Marktbuden voll⸗ geſtopft war, bewies ich den Couſinen zum letzten Male meine Geſchicklichkeit als Wagenlenker, und ſteuerte kunſtreich mitten durch das breterne Labyrinth. Dabei verſäumte ich nicht angelegentlich mit meinen Hinter⸗ ſaſſen zu discuriren, um gewiß zu ſein, daß ich nicht abermals mit enthülſtem und entpuppten Wagen vor Nummer 43 anlange. Allerdings ging dabei eine herr⸗ liche Bude zum Kuckuk, die ich über den Haufen fuhr, was einen gräulichen Lärm verurſachte; aber ich hatte doch nach einigen Minuten den Triumph, alle Fünf, die Coufinen, den Rappen und mich Summa Sum⸗ marum vor dem Hauſe der Tante verſammelt zu ſehen. In der Freude meines Herzens ſchlug ich ſolch deſpe⸗ raten Lärm, daß alſobald die beiden Hausthürflügel wie beſeſſen aufſprangen und wir mit Proeeſſion un⸗ ſern geſegneten Einzug hielten.

Dienende Geiſter eilten mit Lichtern herbei; die Tante ſelbſt, ſonſt dem Treppenſteigen nicht zugethan,