Teil eines Werkes 
1. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Wie ein kluger General überſann ich alle denkba⸗ ren Unfälle, die auf dem kurzen Zwiſchenraume zur Tante noch über mich hereinbrechen konnten. Der Schlag konnte mich rühren, allerdings, das lag nicht außer dem Bereiche des Möglichen; aber dann war ich auch todt und das Weitere ging mich nichts an. Der Wagen konnte umwerfen, zerbrechen; das war aber auf der prächtigen Chauſſee ganz unwahrſchein⸗ lich, und ſchlimmſten Falls war die Stadt jetzt zu Fuße zu erreichen. Die Tante konnte gerade heute, wo wir uns durch Abenteuer zu ihr durchſchlugen, vom himmliſchen Vater unerwarteter Weiſe in ein ſchöneres Daſein abberufen worden ſein; es wäre dies ein her⸗ ber Fall geweſen, aber ich würde ihn als Mann er⸗ tragen und mich in das Unvermeidliche gefügt haben. Die Tante konnte aber verreiſt ſein, das wäre fatal, aber wir würden trotzdem gaſtfreundlich aufgenommen worden ſein. Kurz, ich mochte ſimuliren ſo viel ich wollte, ich bekam keinen Unfall heraus, der denen zu vergleichen geweſen, die ich heute bereits überſtanden hatte. Es lag am Tage, oder vielmehr an der Nacht, daß ſich mein Maleficus total verausgabt hatte. Kleine Fehlſchlagungen konnten noch vorkommen; aber die ge⸗ hörten zum täglichen Leben und kamen nicht in Rechnung.

Unter dieſen troſtvollen Ausſichten erreichte ich fro⸗ hen Muthes die Reſidenz; fuhr wie ein Triumphator, dem die Siegesbeute folgt, durch's Thor, welches noch offen war, ſteuerte die Brückenſtraße entlang, bog über den ſogenanntenalten Jahrmarkt, erreichte die Kö⸗ nigsſtraße und endete meinen Triumphzug vor dem be⸗ kannten und lieben Hauſe Nr. 43, wo die Tante reſidirte.

Wer war glücklicher als ich. Mit einem Satze war ich vom Bocke. Um die Cyuſinen zu überraſchen, hatte ich ſie auf der ganzen Fahrt ſchlafen laſſen.

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