Teil eines Werkes 
1. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Stunde im Wagen zu haben. Findeiſen beſchrieb den Weg, auf welchem zunächſt die Landſtraße zu errei⸗ chen ſei, und fort ging die Reiſe in den immer grauer werdenden Abend. Vor uns glänzte der Abendſtern.

Seht Ihr den Stern da? frug ich mit ſtillem Ingrimm die Couſinen.

Wir ſehen ihn, Schatz, tönte es zurück.

Nun ſo gewiß dieſer herrliche Stern da funkelt, ſo gewiß kutſchir' ich Euch heut zum letzten Mal. Iſt das eine Art, ein Betragen? Was ſoll Findeiſen denken? O, ich brach ſchrecklich los, während das Fuhrwerk auf dem mordſchlechten Wege wie ein Fang⸗ ball hin und her geworfen ward.

Der Abend ward immer dunkler. Ich hatte mich über die Couſinenſchaft ſo ereifert, daß ich den Weg ganz außer Acht gelaſſen. Wenn mich nicht Alles trog, mußten wir bei dem Seitenwege, der nach Find⸗ eiſens Beſchreibung auf die Landſtraße zurückführte, bereits vorüber ſein. Unbeſtritten war er im Eifer des Geſprächs überſehen worden. Mir ward nicht ganz wohl zu Muthe; indeß verließ mich meine treffliche Geiſtesgegenwart nicht. Es wird nicht der einzige Weg geweſen ſein, hoffte ich, der zur Straße führte, dann iſt es auch nicht zu ſpät, daß uns nicht irgend ein Landbewohner begegnen ſollte, bei dem wir uns Raths erholen können.

Seht mit auf den Weg, gebot ich den Cou⸗ ſinen; dieſe aber, welchen es in der öden Abend⸗ gegend immer unheimlicher ward, hatten ſich tief in ihre Mäntel gehüllt und mochten von der Welt nichts mehr wiſſen. Die Mordthat, welche vor acht Tagen in der hieſigen Gegend vorgefallen, war nicht geeig⸗ net, ihren Muth zu befeuern.

Ein ſchwaches, hinfälliges und leichtfinniges Ge⸗